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20201208045213

Grünen-Haushälter warnt vor Sparrunden nach Corona-Krise

04:51
08.12.2020
Vor der Verabschiedung des Bundeshaushalts für 2021 warnen die Grünen vor künftigen Sparrunden. «Es darf kein Kaputtsparen nach Corona geben», sagte Haushälter Sven-Christian Kindler der Deutschen Presse-Agentur. «Nach der Bazooka darf nicht die Abrissbirne kommen.» Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte die unbegrenzte Kreditzusage der Regierung zu Beginn der Krise als «Bazooka» bezeichnet. Die Grünen fordern nun politisch verbindliche Garantien, nach der Krise weder in Deutschland noch in Europa auf einen harten Sparkurs einzuschwenken. Dazu gehörten etwa längere Schulden-Tilgungsfristen und mehr Spielraum für kreditfinanzierte Investitionen.

Nötig sei ein Investitionsprogramm mit 500 Milliarden Euro bis 2030, sagte Kindler. «In Zeiten von historisch niedrigen Zinsen wollen wir dafür die Schuldenbremse reformieren, so dass Nettoinvestitionen zukünftig über Kredite finanziert werden können.»

Der Staat könne sich die Bekämpfung der Pandemie leisten. Dass manche in der Union dies in Zweifel zögen, sei brandgefährlich. «Wer jetzt bei CDU und CSU sagt, wir könnten uns das nicht mehr leisten, erzeugt Unsicherheit, zerstört Vertrauen und riskiert eine sinkende Akzeptanz der notwendigen Einschränkungen», kritisierte Kindler. Derzeit könne die Bundesrepublik Geld zu sehr günstigen Konditionen aufnehmen. «In einer solchen Situation auf Kredite zur Überwindung einer tiefen Wirtschaftskrise zu verzichten, wäre hochgefährlich.»

Der Bundestag will Ende der Woche den Etat für 2021 verabschieden. Der Haushalt von Vizekanzler Scholz ist geprägt von der Corona-Krise. Er wird zu mehr als einem Drittel aus Schulden finanziert. Unter dem Strich stehen Ausgaben von fast einer halben Billion Euro. 

(dpa)

320 Millionen Schüler müssen wegen Corona zuhause bleiben

04:50
08.12.2020
Wegen im Zuge der Corona-Pandemie geschlossener Schulen müssen seit dem 1. Dezember rund 320 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit zuhause bleiben. Das berichtete das Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag in New York unter Berufung auf Daten der Unesco. Damit sei fast jedes fünfte Schulkind weltweit betroffen. Im Vergleich zum 1. November stieg die Zahl der von Schulschließungen betroffenen Jungen und Mädchen noch einmal um fast 90 Millionen. Unicef monierte, durch die Schließungen litten die Kinder unter den verheerenden Auswirkungen auf ihr Lernen, ihr geistiges und körperliches Wohlbefinden, ihre Ernährung und ihre Sicherheit.

Der für Bildung zuständige Unicef-Chef Robert Jenkins sagte, es sei erwiesen, dass Schulen nicht die Hauptursache für die Pandemie seien. «Dennoch sehen wir einen alarmierenden Trend, dass Regierungen wieder einmal Schulen als erste und nicht als letzte Möglichkeit schließen. In einigen Fällen geschieht dies landesweit und nicht Gemeinde für Gemeinde.» Die Vorteile, die sich daraus ergäben, Schulen offen zu halten, überwögen bei Weitem die Kosten für ihre Schließung. «Landesweite Schließungen von Schulen sollten um jeden Preis vermieden werden.» Es müssten Schritte unternommen werden, Schulen vor Covid-19 zu schützen.

Da es kaum Belege dafür gebe, dass Schulen zu höheren Übertragungsraten beitrügen, forderte Unicef die Regierungen dringend auf, der Wiedereröffnung von Schulen Vorrang einzuräumen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um sie so sicher wie möglich zu machen. Die Pläne müssten auch Konzepte für Fernunterricht, insbesondere für Randgruppen enthalten.

(dpa)

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