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20201207124906

Bundesregierung: Sind von Corona-Trendwende weit entfernt

11:45
07.12.2020
Die Bundesregierung hat angesichts gestiegener Corona-Infektionszahlen zusätzliche Beschränkungen in besonders betroffenen Regionen begrüßt. Die aktuellen Zahlen gäben insgesamt Anlass zur Sorge, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. «Das ist weit entfernt von der erhofften Trendwende.» Daher sei es richtig und nötig, wenn einige Länder wie als gemeinsame Linie vorgesehen nun weitere Eindämmungsmaßnahmen vor allem bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen planen.

Bund und Länder hatten beschlossen, den Teil-Lockdown mit der Schließung zahlreicher Einrichtungen bis 10. Januar zu verlängern - mit vorübergehend möglichen Lockerungen über Weihnachten und Neujahr. Für 4. Januar ist eine erneute Beratung vorgesehen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte signalisiert, für eine eventuell nötige frühere Beratung jederzeit zur Verfügung zu stehen. Seibert sagte dazu, wenn sich frühere Termine ergeben sollten, werde dazu informiert. Die Bundesregierung stehe mit den Ländern in einem ständigen Austausch.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag mitteilte, wurden in Deutschland innerhalb eines Tages 12 332 neue Infektionen gemeldet - mehr als 1000 Fälle mehr als am vergangenen Montag.

(dpa)

Expertin sieht Lücken bei globaler Verteilung der Impfstoffe

10:38
07.12.2020
Das internationale Logistiknetz zur Verteilung der Corona-Impfstoffe weist nach Einschätzung einer Expertin deutliche Lücken auf. Die Verteilung werde voraussichtlich mit den Verkehrsmitteln Flugzeug und Lastwagen stattfinden, erklärte die Betriebswirtschafts-Professorin Yvonne Ziegler von der Frankfurter University of Applied Sciences am Montag.

Der derzeit eingeschränkte Flugverkehr sei dabei einer von mehreren kritischen Faktoren. «Manche Länder, zum Beispiel in Mittel- und Südamerika, werden aktuell nur von wenigen Passagierflugzeugen mit relativ wenig Frachtkapazität angebunden», sagte Ziegler. Auch wo es bessere Frachtverbindungen gebe, seien zunächst nur die großen Wirtschaftszentren angebunden. Die übrigen Regionen müssten per Lastwagen oder mit speziellen Charterflügen im Auftrag der Regierungen versorgt werden.

Ziegler machte auf die Anforderungen aufmerksam, die verschiedenen Impfstoffe stets auf einer konstanten Temperatur zu halten. Grundsätzlich seien Kühlkapazitäten vorhanden, im Ultra-Tiefkühlbereich von minus 70 Grad gebe es aber nur wenige Anbieter und Kapazitäten. Bei Einsatz von Trockeneis sei eine separate Infrastruktur notwendig.

Die Impfstoffe müssten wegen ihres hohen Schwarzmarktwertes während der Verteilung aufwendig gesichert werden, erklärte die Professorin mit dem Schwerpunkt Internationales Luftverkehrsmanagement. Notwendig seien aus ihrer Sicht Zugangskontrollen und Überwachungssysteme sowie Drohnenabwehrsysteme an den Lagerhallen.

(dpa)

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