Letztes Update:
20201202151753

Russland will nächste Woche mit Massenimpfungen gegen Corona beginnen

15:17
02.12.2020
Russland will Ende nächster Woche mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Dafür sollten zwei Millionen Dosen des russischen Vakzins «Sputnik V» eingesetzt werden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch bei einer Online-Konferenz der Staatsagentur Tass zufolge. «Das gibt uns die Möglichkeit, mit großangelegten Impfungen zu starten.» Das reicht für eine Million Menschen, weil jeweils zwei Impfungen nötig sind. Zunächst sollen demnach wie bislang bereits Ärzte und Lehrer freiwillig geimpft werden - danach schrittweise der Rest der Bevölkerung.

«Sputnik V» war Mitte August trotz Bedenken internationaler Forscher als weltweit erster Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden. Die Freigabe erfolgte vor der wichtigen Testphase III, bei der an vielen Freiwilligen Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet werden. Diese Testreihe läuft seit gut dreieinhalb Monaten. Daran beteiligen sich auch Länder außerhalb Russlands wie Belarus und Venezuela.

Putin sagte anlässlich der Eröffnung neuer medizinischer Zentren des Verteidigungsministeriums, die Produzenten des Wirkstoffes und die medizinischen Einrichtungen seien bereit für die Impfungen. «Machen wir diesen ersten Schritt.» Russland hat bereits einen zweiten Impfstoff registriert, ein dritter ist in der Entwicklung.

Das flächenmäßig größte Land der Erde kämpft seit Monaten mit dramatisch steigenden Corona-Neuinfektionen. Am Mittwoch kamen der offiziellen Statistik zufolge 25 345 neue Fälle hinzu. Die Behörden meldeten zudem mit 589 Toten einen neuen Tageshöchstwert. Demnach sind bislang mehr als 41 000 Menschen mit dem Virus gestorben.

Zum Vergleich: In Deutschland mit deutlich weniger Einwohnern wurden am Mittwoch binnen 24 Stunden 17 270 neue Infektionen gemeldet.

(dpa)

Umfrage: 30- bis 59-Jährige durch Pandemie tief verunsichert

15:17
02.12.2020
Die Corona-Pandemie belastet nach einer Umfrage Menschen im Berufsalter massiv. Die «Generation Mitte» befinde sich in einem Stimmungstief, jeder Zweite fühle sich heute schlechter als vor der Krise, erklärte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, am Mittwoch bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) der Befragten zwischen 30 und 59 Jahren gehe mit Optimismus in die kommenden zwölf Monate - vor Jahresfrist waren laut Allensbach noch rund die Hälfte (47 Prozent) hoffnungsvoll.

An eine Rückkehr zur Normalität binnen mehrerer Monate glaube nur jeder Fünfte. Die Ungewissheit wiege bei den meisten schwerer als etwa Besuchsverbote (50 Prozent) oder faktische Verbote von Auslandsreisen (16 Prozent). Rund 70 Prozent klagen laut Umfrage über zunehmende Aggressivität und Ungeduld, gut die Hälfte spricht über wachsenden Egoismus.

Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) aus der «Generation
Mitte» sorgen sich über ökonomische Folgen der Corona-Krise. So glaube eine relative Mehrheit (38 Prozent), dass die deutsche Wirtschaft ihre starke Position in den nächsten Jahren nicht verteidigen könne.

Immer weniger Menschen teilten den Eindruck, dass Deutschland von der Globalisierung vor allem profitiert (2020: 48 Prozent, 2017: 64 Prozent). Knapp jeder Zweite (46 Prozent) gibt der Globalisierung die Schuld an der Verbreitung des Corona-Virus auf der ganzen Welt, 34 Prozent stimmen laut Allensbach der Aussage nicht zu.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen