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Steinmeier: Entwickelte Impfstoffe sind «Licht am Ende des Tunnels»

15:16
02.12.2020
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht mit Blick auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus «Licht am Ende des Tunnels». Sie habe in diesem Jahr erstaunliche Fortschritte gemacht, sagte er am Mittwoch im brandenburgischen Oranienburg am Rande eines Betriebsbesuches. «Wir werden wahrscheinlich in wenigen Wochen Impfstoffe haben, die zugelassen worden sind.» Die zuständigen Behörden würden die notwendigen Prüfungen vornehmen und dann zuverlässig und verantwortbar einen Impfstoff zur Verfügung stellen, zeigte sich Steinmeier sicher.

Durch die Corona-Pandemie habe sich auch seine berufliche Tätigkeit verändert, berichtete das Staatsoberhaupt. So sei das, was ein Bundespräsident üblicherweise tue - etwa Begegnungen mit der Bevölkerung oder Auslandsreisen - weggefallen. Er habe viel über soziale Medien gearbeitet. Vieles sei neu, aber er lerne auch, sagte Steinmeier. Trotzdem freue er sich, wenn wieder Normalität einkehre und erneut andere Veranstaltungen im größeren Rahmen möglich seien.

(dpa)

Bundesregierung: Weichen nicht von Gründlichkeit bei Impfstoff ab

15:14
02.12.2020
Die Bundesregierung hat auf das Vorpreschen Großbritanniens bei der Zulassung des Corona-Impfstoffs gelassen reagiert. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer wies am Mittwoch in Berlin auf das geltende Zulassungsverfahren in der Europäischen Union hin. «Das ist unsere Form der Gründlichkeit, von der wir auch in der Pandemie nicht abweichen», sagte sie in der Bundespressekonferenz.

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) hatte am Mittwoch dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bekräftigte, dass auch nach der Impfstoffzulassung in der EU Geduld gefragt sein wird. «Klar ist, dass wir am Anfang nicht genug Impfstoff für alle haben», sagte er. «Wir können nicht davon ausgehen, dass wir in diesem Winter in breiter Fläche wirklich impfen können. Das heißt, die Beschränkungen, unter denen wir momentan leben, wird es noch eine Weile geben.»

(dpa)

Biontech: Großbritannien wird nicht bevorzugt behandelt

15:13
02.12.2020
Auch nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs in Großbritannien wollen der Mainzer Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer an einer «fairen» weltweiten Verteilung des Präparats festhalten. Die Biontech-Unternehmensführung trat am Mittwoch Befürchtungen entgegen, die EU und die USA könnten bei den Auslieferungen des Vakzins das Nachsehen haben, da die Briten früher grünes Licht für den Impfstoff gegeben haben. «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Impfstoff der ganzen Welt zur Verfügung stellen und an alle fair verteilen, die ihn haben wollen», betonte Vorstand Sean Marett wenige Stunden nach Bekanntwerden der Zulassung vor Journalisten. «Und das heißt, dass nicht alle Dosen an Großbritannien gehen. Großbritannien erhält wie alle einen fairen Anteil.»

Der Biontech-Geschäftsvorstand (CBO) fügte hinzu: «Wir werden so viele Dosen ausliefern, wie wir können, und so schnell, wie wir können, an alle, die das Präparat genehmigen.» Bis Ende Dezember könnten 50 Millionen Dosen ausgeliefert werden. In dieser Zahl sind nach seinen Worten auch die bereits vorproduzierten Präparate enthalten. Im nächsten Jahr sollen dann 1,3 Milliarden Dosen hergestellt werden. Für eine Impfung werden zwei Dosen verabreicht.

Zu der Frage, ob die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel schneller gearbeitet habe als die entsprechenden Stellen in der EU und den USA, wollte sich die medizinische Geschäftsführerin und Mitgründerin von Biontech, Özlem Türeci, nicht konkret äußern. «Wir haben sehr positive Erfahrungen mit den Zulassungsbehörden in aller Welt gemacht», sagte sie. Die Mitarbeiter dort arbeiteten unter hohem Druck, zügig und teilweise rund um die Uhr und seien sehr engagiert.

Die Lieferungen nach Großbritannien sollen nach Maretts Worten sofort beginnen und per Luftfracht oder Lastwagen erfolgen. Falls es im Zusammenhang mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase Ende Dezember zu Lieferunterbrechungen kommen sollte, werde man nach anderen Möglichkeiten suchen.

Das Präparat könne in den Impfzentren durch das Nachfüllen von Trockeneis bis zu 15 Tage gelagert werden, erklärte er. Bei normalen Kühlschranktemperaturen sei es maximal fünf Tage haltbar. Bei Auslieferungen aus den Verteilzentren beispielsweise in Pflegeheime sei das aufgetaute Vakzin bis zu sechs Stunden haltbar. Extrem niedrige Temperaturen von minus 70 Grad seien nur für längerfristige Lagerungen über Monate hinweg erforderlich.

(dpa)

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