Letztes Update:
20201201152452

Corona-Tests im Kräuterladen - Polizeiaktion in Italien

15:23
01.12.2020
Das millionenfache Testen auf eine Corona-Infektion führt in Italien zu Wildwuchs bei den Teststationen. Die Mängel reichen von fehlenden Zulassungen bis zum freien Verkauf von medizinischen Profi-Sets in Kräuterläden. Das ergaben Überprüfungen der Polizei in rund 285 Einrichtungen im ganzen Land. Wie die für Gesundheitsfragen zuständigen Fahnder am Dienstag berichteten, registrierten sie knapp 100 Unregelmäßigkeiten in 67 Labors, Geschäften und Testzentren.

Festgestellt wurden zahlreiche Hygienemängel. Außerdem stieß die Polizei auf positive Corona-Resultate, die nicht oder verzögert an die Gesundheitsbehörden weitergeleitet wurden. Zudem verkauften Apotheken, Drogerien, Kosmetikgeschäfte und Kräuterläden unerlaubt Analyse-Kits, die nur für den Profi-Gebrauch im Gesundheitswesen bestimmt sind. Es hagelte Anzeigen. Einige Testeinheiten wurden geschlossen.

Offizielle Stellen lassen im Kampf gegen die Pandemie in dem 60-Millionen-Einwohner-Land täglich oft rund 200 000 Corona-Abstriche machen. In Italien wurden bisher mehr als 1,6 Millionen Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.

(dpa)

UNHCR: Flüchtlingsaufnahmeprogramme leiden unter Corona

15:22
01.12.2020
In der Corona-Pandemie haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) deutlich weniger Flüchtlinge über Umsiedlungsprogramme in Deutschland und weltweit Aufnahme gefunden. Global liege der Bedarf an sogenanntem Resettlement bei mehr als 1,4 Millionen Plätzen, sagte der Vertreter des UNHCR, Frank Remus, am Dienstag in Berlin.

Resettlement-Programmen sind Programme zur humanitären Aufnahme, bei denen besonders hilfsbedürftige anerkannte Flüchtlinge direkt aus Ländern häufig in ihrer Herkunftsregion aufgenommen werden. Ein Asylverfahren müssen sie nach ihrer Ankunft also nicht mehr durchlaufen.

Bis Oktober hat der UNHCR weltweit rund 35 150 Menschen für Umsiedlungsprogramme vorgeschlagen, tatsächlich reisen konnten aber nur knapp 17 630. Eine gewisse Verzögerung zwischen Vorschlag und Ausreise gibt es immer - in diesem Jahr ist die Lücke aber besonders groß. Auch die von Deutschland für 2020 angestrebten 5500 würden vorerst nicht erreicht, so das Flüchtlingshilfswerk. Aus dem angestrebten 2020er-Kontingent seien bislang erst knapp 1360 Flüchtlinge eingreist.

Besonders schwierig gestaltet sich laut UNHCR die Auswahl vor Ort, an der auch das Flüchtlingshilfswerk selbst in der Regel beteiligt ist. Weitreichende Beschränkungen erschwerten die Einreise, und häufig sei das Internet vor Ort auch schlecht. Das UNHCR bereitet Akten zu Resettlement-Kandidaten vor und schlägt diese dann den Behörde der Aufnahmeländer vor. Danach folgen noch Gespräche des in Deutschland für Asylentscheidungen zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und von Sicherheitsbehörden mit den Anwärtern. Das sei im Moment sehr schwierig, so das UNHCR.

(dpa)

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