Das millionenfache Testen auf eine Corona-Infektion führt in Italien zu Wildwuchs bei den Teststationen. Die Mängel reichen von fehlenden Zulassungen bis zum freien Verkauf von medizinischen Profi-Sets in Kräuterläden. Das ergaben Überprüfungen der Polizei in rund 285 Einrichtungen im ganzen Land. Wie die für Gesundheitsfragen zuständigen Fahnder am Dienstag berichteten, registrierten sie knapp 100 Unregelmäßigkeiten in 67 Labors, Geschäften und Testzentren.
Festgestellt wurden zahlreiche Hygienemängel. Außerdem stieß die Polizei auf positive Corona-Resultate, die nicht oder verzögert an die Gesundheitsbehörden weitergeleitet wurden. Zudem verkauften Apotheken, Drogerien, Kosmetikgeschäfte und Kräuterläden unerlaubt Analyse-Kits, die nur für den Profi-Gebrauch im Gesundheitswesen bestimmt sind. Es hagelte Anzeigen. Einige Testeinheiten wurden geschlossen.
Offizielle Stellen lassen im Kampf gegen die Pandemie in dem 60-Millionen-Einwohner-Land täglich oft rund 200 000 Corona-Abstriche machen. In Italien wurden bisher mehr als 1,6 Millionen Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.