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Umfrage: Mehrheit der Jugend nimmt Rücksicht in der Pandemie

10:42
26.11.2020
Eine große Mehrheit der jüngeren Generationen in Deutschland zeigt sich nach einer aktuellen Umfrage in der Pandemie solidarisch. So finden es zwei Drittel der Interviewten zwischen 14 und 39 zurzeit wichtig, zum Schutz von Familie und Freunden auf Partys zu verzichten, heißt es in einer Vorab-Auswertung für die repräsentative Studie «Junge Deutsche 2021», die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Lediglich acht Prozent der Befragten antworten, dass sie einen Verzicht auf Feiern unwichtig finden. Rund ein Viertel (26 Prozent) gibt dazu «teils teils» an. Eine große Mehrheit (73 Prozent) hat auch mit Abstandhalten und Masketragen kein Problem.

Online interviewt wurden für die Studie 1602 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Insgesamt zeigen sich bis zu drei Viertel der jungen Generationen dabei optimistisch, diese Krise zu meistern. Die Älteren, die schon im Beruf sind, sehen ihre Perspektiven dabei allerdings positiver als junge Leute in der Ausbildung. Ein Viertel bis ein Drittel der Befragten fühlt sich in der Pandemie jedoch noch weiter abgehängt als vorher. Es sind oft junge Männer mit niedrigem Bildungsniveau.

Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann befürchtet mit Blick auf die aktuelle Umfrage, dass die Pandemie die Kluft zwischen der flexiblen und anpassungsfähigen «Generation Greta» und einer frustriert-pessimistischen «Generation Corona» verbreitern könnte.

(dpa)

Arzt warnt vor Weihnachts-Engpass in Praxen

10:29
26.11.2020
Alle reden über Weihnachten im Corona-Jahr - wie wird es zu diesem Zeitpunkt um die medizinische Versorgung bestellt sein? Aus der persönlichen Sicht des Karlsruher Hausarztes Stefan Mathias Fuchs wird sich die Lage über die Feiertage verschärfen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst sei in dieser Zeit eh schon «heillos überlaufen», sagte Fuchs der Deutschen Presse-Agentur. «Ein Kollege vertritt neun andere.»

Auch er werde seine Praxis über die Feiertage schließen, um sich und seinen Mitarbeitern Erholung zu ermöglichen. «Wir haben schon am Anfang der Pandemie alles gegeben», sagt Fuchs. «Irgendwann sind die Kräfte weg.»

Der Allgemeinmediziner betreibt eine Schwerpunktpraxis, in der er den Angaben nach während einer zweistündigen Sprechstunde jeden Tag bis zu 40 Corona-Verdachtsfälle behandelt. Darunter seien sechs bis acht Corona-Infizierte, sagt Fuchs. Die übrigen Patienten seien in der Regel an einem üblichen Winterinfekt erkrankt. Mangels Testkapazitäten werde derzeit auch nicht jeder getestet.

«Wir merken im Moment ein bisschen, dass die Zahlen nicht mehr so stark steigen.» Es kämen dafür mehr Patienten mit Folgeerscheinungen: «Ihnen geht es langwieriger schlecht, sie fühlen sich schlapp, können sich schlecht konzentrieren.»

Mit Blick auf Weihnachten sagt Fuchs: «Wir könnten ein normales Fest feiern, wenn alle diszipliniert wären.» Aus epidemiologischer Sicht hieße das, alle bleiben bis dahin zu Hause. «Wir sind aber soziale Wesen, wir wollen feiern», so der Mediziner. «Wenn jetzt irgendwo ein Ventil geöffnet wird, wird erstmal nachgeholt, was acht Wochen unterdrückt wurde.» Daher sei die entscheidende Frage, ob es gelinge, die Infektionszahlen vor Weihnachten deutlich zu senken.

(dpa)

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