Mit Wisconsin (10) und Michigan (16) hat Joe Biden zwei Schlüsselstaaten für sich entschieden - er führt jetzt mit 253 Wahlleuten deutlich vor Trumps 213.
Offen sind noch sechs Staaten mit den Stimmen von insgesamt 71 Wahlleuten:
Pennsylvania (20), Georgia (16), North Carolina (15), Arizona (11), Nevada (6) und Alaska (3).
Pennsylvania (20): Hier führt Trump vor Biden mit 50,7% zu 48,1%. Es sind 89% der Stimmen ausgezählt, viele Briefwahlstimmen fehlen noch. Bei diesen wird aus den bisherigen Trends eine demokratische Tendenz erwartet. Die Auszählung könnte bis Freitag (Ortszeit) andauern. Zudem hat Trump eine Klage eingereicht, um eventuell neu zählen zu lassen.
Georgia (16): Trump führt hauchdünn mit 49,7% vor Biden mit 49,1%. Es sind 95% gezählt, es könnte bis Donnerstagmorgen (Ortszeit) dauern. (Die Ostküste ist sechs Stunden hinter Luxemburg). Die noch ausstehenden Stimmen kommen voraussichtlich aus demokratischen Hochburgen. Meinung der CNN-Analisten: "Georgia ist eng,"
North Carolina (15): Trump führt mit 50,1% gegen Biden mit 48,7%. Es sind 95% gezählt. Briefwahlstimmen, die bis zum 12. November eingehen, sollen noch in die Zählung eingehen. Hier könnte es also noch dauern, falls sich nicht ein Kontrahent vorher entscheidend absetzen kann.
Arizona (11): Biden führt mit 50,7% vor Trump mit 47,9%. Insgesamt sind 86% der Stimmen gezählt. Hier lag Biden früh in Führung, Arizona wurde als erster potenzieller "Flip State" gehandelt, also ein Staat, in dem ein Wechsel zur vorherigen Wahl eintritt. Dennoch war er über Stunden "too close to call", also zu knapp für ein Ergebnis, die ersten "Flips" traten dann in Wisconsin und Michigan ein. Im Maricopa County, in dem die Hauptstadt Phoenix liegt und das überraschend eine demokratische Tendenz aufweist, wollen die Verantwortlichen gegen 7 Uhr Luxemburger Zeit mit einem Zwischenstand an die Öffentlichkeit treten.
Nevada (6): Biden führt knapp mit 49,3% vor Trump mit 48,7%. Die Zählung steht bei 86% Neue Informationen soll es gegen 18 Uhr Luxemburger Zeit geben. Noch nicht gezählt sind Briefwahlstimmen, die erst am Wahltag eingegangen sind und solche, die erst noch bis zum 10. November eintreffen - das ist in Nevada erlaubt, solange der Brief einen Poststempel vom Wahltag oder früher trägt. Mit weiteren Infos ist aber erst wieder am Donnerstag gegen 18 Uhr Luxemburger Zeit zu rechnen.
Alaska (3): In Alaska ist der Fall klar. Die drei Wahlleute aus dem äußersten Nordwesten gehen an Trump, der zurzeit 62,9% hat, vor Biden mit 33%. Alaska ist der Staat, der als letztes die Wahllokale schließt, daher sind erst 56% der Stimmen gezählt. Erst etwa eine Woche nach der Wahl wird man hier die Briefwahl gezählt haben. Allerdings dürften die drei Stimmen im Electoral College für keinen der Kandidaten ins Gewicht fallen.
Wer braucht was zum Sieg?
Trump: Der Amtsinhaber braucht 57 Stimmen, um auf 270 zu kommen. Die könnte er "passgenau" mit Siegen in Pennsylvania (20), Georgia (16), North Carolina (15) und Nevada (6) erreichen. Alaska (3) wäre dann der Bonus, auf Arizona (11) könnte er verzichten.
Biden: Der Herausforderer hat 253 Stimmen, es fehlen also nur noch 17 zum Sieg. Mit Pennsylvania (20) wäre Biden erlöst, ohne Pennsylvania müsste er noch mindestens zwei Staaten gewinnen. Die Hauptaufmerksamkeit richtet sich also in den nächsten Stunden auf den "Keystone State" - nicht zuletzt, weil Biden damit auch die "blue wall" im Nordosten wieder geschlossen hätte, also die Reihe der Staaten von Maine bis Minnesota, die die Demokraten zwischen 1992 und 2012 halten konnten. Verliert Biden in Pennsylvania, könnte er mit Arizona (11) und Nevada (6) genau auf 270 kommen.