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20201028102641

Viele Fahrgäste meiden Busse und Bahnen wegen Coronavirus

08:44
28.10.2020
Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Von April bis Juni waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch drei Viertel weniger Personen im Fernverkehr unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Der Bahn-Fernverkehr brach um 71 Prozent ein, der Linienverkehr mit Fernbussen kam mit einem Minus von 96 Prozent fast zum Erliegen.

Den Eisenbahn-Nahverkehr nutzten nach vorläufigen Ergebnissen 59 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen für den Liniennahverkehr mit Bussen mindestens ein Minus von 36 Prozent und für Straßenbahnen von mindestens 41 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen die tatsächliche Situation nicht vollständig abbildeten - unter anderem, weil viele Pendler Zeitkarten besitzen, deren tatsächliche Nutzung unklar sei, erklärte das Bundesamt in Wiesbaden.

Im ersten Halbjahr lag das Fahrgastaufkommen im Fernverkehr mit 45 Millionen Personen 46 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders stark ging die Zahl im Linienverkehr mit Fernbussen zurück, hier betragen die Einbußen zwei Drittel. Mit Fernzügen reisten den Angaben zufolge 43 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen ein Minus von mehr als einem Drittel beim Schienen-Nahverkehr. Busse und Straßenbahnen liegen im ersten Halbjahr 22 Prozent beziehungsweise 24 Prozent im Minus.

(dpa)

Spahn warnt vor Auslastung der Intensivstationen

08:44
28.10.2020
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einer Überforderung des deutschen Gesundheitssystems durch schwere Krankheitsverläufe in der Corona-Pandemie gewarnt. «Wenn die Intensivstationen voll sind, dann ist es zu spät», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch dem Südwestrundfunk (SWR). Zuletzt stiegen dort die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Patienten deutlich. «Noch auf einem verkraftbaren Niveau, Stand heute», sagte Spahn. Es sei besser, jetzt die Welle zu brechen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen wurden in Deutschland 14 964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Patienten stieg zuletzt von 590 (12.10.) auf 1470 Patienten (27.10).

«Es liegt jetzt tatsächlich an uns, an uns allen», sagte Spahn. Es gehe im um eine gemeinsame Kraftanstrengung im November, um die eigenen Kontakte zu reduzieren. Priorität hätte, dass Kitas und Schulen offen blieben, und dass die Wirtschaft weiterlaufen könne. Kontakte sollten vor allem im Freizeitbereich und im Privaten reduziert werden - etwa, um an Weihnachten die Situation wieder unter Kontrolle zu haben, sagte der Minister.

An diesem Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Der Bund will laut einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf ab dem 4. November wegen massiv steigender Corona-Infektionszahlen zeitweise unter anderem Theater, Kinos, Opern oder Konzerthäuser sowie Kneipen, Bars und Diskotheken schließen.

«Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine einheitliche Linie finden», sagte Spahn im Vorfeld des virtuellen Treffens. Für Branchen wie Tourismus, Gastronomie und Kultur sei es «eine sehr harte Entscheidung», sollte es zu Schließungen im November kommen. Spahn forderte daher «ein großzügiges, zielgerichtetes Hilfspaket».

(dpa)

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