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20201115172008

BKA-Präsident: Corona-Hilfen locken auch Betrüger an

15:05
15.11.2020
Das Bundeskriminalamt (BKA) geht von Zehntausenden Betrugsfällen bei den Corona-Nothilfen von Bund und Ländern aus. «Die wirtschaftlichen Hilfen in Milliardenhöhe, die Bund und Länder seit Beginn der Pandemie beschlossen haben, stellen für Betrüger und Cyberkriminelle einen starken Anreiz dar», sagte BKA-Präsident Holger Münch der «Bild»-Zeitung.

Betrüger verwendeten beispielsweise falsche Ausweispapiere oder nutzten gefälschte Personalien, beantragten mehrfach Soforthilfen in verschiedenen Bundesländern oder für Unternehmen, die erst vor Kurzem gegründet worden seien. «Mehrere Tausend Fälle sind schon abschließend bearbeitet, bundesweit rechnen wir mit insgesamt fünfstelligen Fallzahlen», sagte Münch in dem am Sonntag online veröffentlichten Interview. «Um solche Betrügereien bei der Beantragung der Hilfen künftig besser verhindern zu können, haben wir eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft (...) und den Bewilligungsstellen der Länder eingerichtet.»

Zudem sieht der BKA-Chef eine steigende Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen, weil viele Mitarbeiter derzeit von zu Hause aus auf Firmennetzwerke zugreifen. Dies stelle ein zusätzliches Risiko dar. «Seit Beginn der Corona-Pandemie bewegt sich die Zahl der Cyberangriffe in Deutschland auf hohem Niveau», führte Münch aus. «Die gute Nachricht ist, dass viele Angriffe nicht erfolgreich waren, die Taten also im Versuchsstadium steckenblieben.»

(dpa)

Dreyer: Untersuchung belegt niedrige Corona-Übertragungsrate an Schulen

14:36
15.11.2020
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig (beide SPD) sind trotz steigender Corona-Infektionen gegen flächendeckende Schulschließungen. «Ich halte es für falsch, jetzt grundsätzlich Schulschließungen zu fordern», teilte Dreyer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mit, einen Tag vor der Bund-Länderschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Unbestreitbar stiegen auch an Schulen die Zahlen der Corona-Infizierten wie auch in der gesamten Gesellschaft. Das Übertragungsrisiko sei dort allerdings geringer als an vielen anderen Orten.

Seit Ende der Sommerferien untersuche das Landesuntersuchungsamt (LUA) auf Basis der Meldungen der Gesundheitsämter in einer «Secondary Attack Rate in Schools Surveillance», wie hoch dort die Ansteckungsgefahr ist. «Das Ergebnis: Sehr gering», so Dreyer und Hubig.

Stefanie Kübler

EKD-Chef zu Corona: Eine ganze Gesellschaft ist verwundet

13:09
15.11.2020
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht massive gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie. «Eine ganze Gesellschaft ist verwundet», sagte er dem «Spiegel». «Viele suchen nach Orientierung, sie erfahren in der Pandemie einen Kontrollverlust. Krankheit und Tod brechen über sie herein, und jeder Einzelne muss lernen, damit umzugehen und eine gewisse Resilienz zu entwickeln.» Da sei die Kirche gefragt.

«Tröstende und aufbauende Worte waren noch nie so wichtig wie in Zeiten dieser Kontaktarmut, deshalb ist es einen Versuch wert, mal wieder die Bibel zu lesen», so Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. «Denn ihre Worte, etwa in den Psalmen, geben Kraft.»

(dpa)

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