Letztes Update:
20201106132918

Mittlerweile sieben Todesfälle nach Corona-Infektion in Altenheim

13:29
06.11.2020
Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim im Landkreis Tübingen sind inzwischen sieben Bewohner gestorben. Das sagte eine Sprecherin des Wohlfahrtswerks Baden-Württemberg am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der SWR berichtet. Zuletzt seien 29 Bewohner des Hauses in Mössingen positiv auf das Virus getestet worden, der Zustand einer Person sei kritisch, hieß es in einer Mitteilung. Am Wochenende seien weitere Tests geplant. Insgesamt bietet das Heim Platz für 59 Personen.

Erste Covid-19-Fälle waren schon im Oktober in der Einrichtung aufgetreten, bis Freitag vergangener Woche waren bereits drei Bewohner nach einer Corona-Infektion gestorben. Auch 13 Angestellte des Heims waren positiv auf das Virus getestet worden. Davon seien mittlerweile vier wieder im Dienst, hieß es.

(dpa/lsw)

Strobl will Quarantäneverweigerer in Klinik einweisen lassen

13:05
06.11.2020
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) will Quarantäneverweigerer zwangsweise in ein geschlossenes Krankenhaus einweisen lassen. Seit Mai werde im Ministerium diskutiert, ob Quarantäneverweigerer «vorübergehend zwangsweise untergebracht werden können», schreibt CDU-Bundesvize Strobl in einem Schreiben an Sozialminister Manfred Lucha und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (beide Grüne), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

«Das Innenministerium sieht den Bedarf für ein solches geschlossenes Krankenhaus.» Zunächst hatten «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» darüber berichtet. Die Ortspolizeibehörden sollten bereits nach dem ersten bekannten Quarantäne-Verstoß sofort das gerichtliche Verfahren zur «zwangsweisen Absonderung in einem geschlossenen Krankenhaus einleiten», fordert Strobl.

(dpa/lsw)

Polizeigewerkschaft rechnet wegen Corona mit Politik ab

11:27
06.11.2020
Viele Menschen in Baden-Württemberg verstehen die Corona-Regeln aus Sicht der Polizeigewerkschaft DPolG nicht oder ignorieren sie bewusst. Landeschef Ralf Kusterer machte dafür am Freitag vor allem die Politik und ihre Kommunikation verantwortlich.

«Das Sozialministerium schafft es auch nach Monaten nicht, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Man muss den Bürgerinnen und Bürgern endlich mit einfacher Sprache verdeutlichen, was gilt und was nicht», hieß es in einer Mitteilung. Selbst das grün-geführte Verkehrsministerium habe es nicht geschafft, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. «Wir können doch nicht weiter zulassen, dass in Bussen, die für 50 Personen zugelassen sind, gefühlt 100 Schülerinnen und Schüler dicht gedrängt zur Schule transportiert werden», schimpfte Kusterer. «Wenn wir so weiter machen, ist dieser "Mini-Lockdown" für die Katz'.»

Polizeikollegen meldeten nach Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Verordnung eine steigende Zahl an Verstößen. Es sei nicht zu erkennen, dass irgendwo eine Verbesserung eintrete. «Vielmehr steigt der Gesprächsbedarf, um Menschen auf die Einhaltung hinzuweisen», so Kusterer. «Auch steigt nach unseren Erkenntnissen der notwendige Anzeigenbedarf, weil Menschen uneinsichtig sind.»

Aus seiner Sicht hätten einige Ministerien, Städte und Kommunen nicht den Ernst der Lage erkannt. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) empfahl er, sich ein Beispiel an Bayern zu nehmen, wo mit einfachen Grafiken übersichtlich die Corona-Regelungen aufgearbeitet würden.

(dpa/lsw)

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