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Corona-Lage in Österreich: Nur 27 Prozent der Fälle rückverfolgbar

09:50
06.11.2020
In Österreich können nur noch 27 Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf eine Quelle zurückverfolgt werden. Dies liege an der Vielzahl der Fälle, sagte Daniela Schmied von der Corona-Kommission. Es sei wichtig, dass sich dieser Wert wieder steigern lasse, um die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) rief am Freitag die Bürger dazu auf, ehrlich und lückenlos ihre Kontakte anzugeben.

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen jeweils etwas mehr als 6000 Menschen nachweislich mit dem Virus anstecken werden. Nach einem Rekordwert von 7416 täglichen Neuinfektionen am Donnerstag ging diese Zahl laut Anschober am Freitag auf rund 6400 Fälle zurück. Die Regierung behalte sich vor, die Maßnahmen im teilweisen Lockdown, der seit Dienstag gilt, weiter zu verschärfen. Oberstes Ziel bleibe es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

(dpa)

Nächtliche Ausgangssperre und Teil-Lockdown in Italien in Kraft

07:11
06.11.2020
Im Rahmen der Covid-19-Bekämpfung sind in Italien am Freitag verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für die 60 Millionen Bürger erlassen. In vier roten Regionen trat ein Teil-Lockdown in Kraft, der rund um die Uhr gilt. Darunter ist die wirtschaftsstarke Lombardei mit zehn Millionen Menschen. In den Roten Zonen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, Ausnahmen gelten für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind zu.

Gegen die neuen Maßnahmen gab es schon im Vorfeld Proteste. Am Donnerstagabend demonstrierten in Bergamo in der Lombardei nach Medienberichten mehrere hundert Menschen. Bergamo war in der ersten Corona-Welle im Frühjahr schwer getroffen worden. In der aktuellen zweiten Welle sind die Fallzahlen in der Stadt weniger dramatisch.

In ganz Italien waren am Freitag Streiks der Taxifahrer angekündigt. Sie haben durch den Einbruch des Tourismus große Einbußen erlitten.

Die landesweite nächtliche Sperre gilt von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind zudem die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

Insgesamt hat die Regierung das Land in drei Risikozonen eingeteilt: Es gibt rote, orangene und gelbe Gebiete. Zu den Roten Zonen gehören außer der Lombardei im Norden das Piemont und das Aostatal sowie im Süden Kalabrien.

In den Orangenen Zonen dürfen die Bürger ihr Haus zwar verlassen. Aber es ist verboten, in andere Orte oder Regionen zu fahren. Auch hier gelten Ausnahmen für Gründe wie für die Arbeit. Als orange stufte die Regierung die beliebten Urlauberziele Sizilien und Apulien ein. Der große Rest Italiens ist eine gelbe Zone mit moderaten Einschränkungen. Die Verschärfungen gelten zunächst bis zum 3. Dezember.

Insgesamt haben sich nach offiziellen Angaben in Italien seit Februar fast 825.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Anzahl der an einem Tag mit Corona Infizierten erreichte zuletzt gut 34.000.

(dpa)

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