Letztes Update:
20201105161342

Urlauber scheitert mit Eilantrag gegen Corona-Verordnung vor Gericht

16:11
05.11.2020
In einer ersten juristischen Entscheidung zur jüngsten Corona-Verordnung hat ein Reisender wegen eines stornierten Urlaubs in Heidelberg eine Niederlage vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg kassiert. Die Kammer lehnte den Eilantrag des Mannes nach Angaben vom Donnerstag ab. Er hatte nach den Appellen der Bundesregierung für einen Verzicht auf Auslandsreisen extra ein Hotelzimmer in der Neckarstadt gebucht, um eine Woche in Heidelberg zu verbringen. Das Verbot für touristische Übernachtungen nach der Corona-Verordnung habe ihm den Urlaub zunichtegemacht, hatte er argumentiert.

Der Mann habe zwar Nachteile erlitten, weil er auf den geplanten Urlaub verzichten und auch nicht umplanen konnte, erklärte der 1. Senat des VGH. Jedoch komme den gravierenden Folgen für Leib und Leben vieler vom Coronavirus Betroffener und der damit verbundenen Erhaltung der Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems ein größeres Gewicht zu. Der Beschluss ist unanfechtbar. (1 S 3405/20)

(dpa/lsw)

Corona zwingt Vesperkirchen zu neuen Konzepten

14:40
05.11.2020
Vesperkirchen sind für Bedürftige viel mehr als nur die Gelegenheit zu einer Mahlzeit. Sie bieten Kontakte, Beratung und konkrete Hilfen. Doch unter den Bedingungen der Coronapandemie wird in diesem Winter vieles anders und kleiner sein.

In vielen Städten Baden-Württembergs soll es in diesem Winter trotz der Coronavirus-Pandemie wieder Vesperkirchen geben. Allerdings in geringerem Umfang und teils mit eingeschränkten Angeboten, wie die Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden am Donnerstag mitteilten. Derzeit seien 25 Vesperkirchen im Südwesten geplant, 9 weniger als 2019.

In Baden soll es Angebote in Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim und Singen (Landkreis Konstanz) geben. Mannheim macht vom 6. Januar an den Anfang, Pforzheim schließt zuletzt am 14. Februar. Das Coronakonzept umfasst eine Begrenzung der Plätze, in Karlsruhe etwa auf 70. In Mannheim soll vor der City-Kirche Konkordien ein Zelt für wartende Gäste aufgebaut werden. Gegessen werden soll in drei Schichten mit Pausen zum Lüften und Desinfizieren.

In Württemberg will sich die Friedenskirche in Ludwigsburg am Konzept «to go» versuchen. An drei Tagen in der Woche gibt es Essen zum Mitnehmen. Im Kirchenbezirk Ravensburg-Weingarten wollen die Verantwortlichen ihre Angebote vom 17. Januar bis zum 13. Februar räumlich entzerren und auf drei Gemeindehäuser in Leutkirch, Ravensburg und Wilhelmsdorf verteilen. In Kirchheim unter Teck (Landkreis Esslingen) soll auch eine «Vesperkirche zu Hause» erprobt werden. Gemeindemitglieder werden gebeten, andere Menschen zum Essen einzuladen. «Natürlich streng unter Corona-Regeln» teilte Gemeindediakon Uli Häußermann mit. In Stuttgart startet die Vesperkirche in der Leonhardskirche am 17. Januar und dauert bis zum 6. März.

Der Württembergische Landesbischof Frank Otfried July nannte Vesperkirchen unverzichtbar. «Sie legen den Finger in die Wunde des Sozialstaats.» In der Pandemie verschärften sich die sozialen Gegensätze. «Als Christen stehen wir klar auf der Seite der Armen und Benachteiligten.«

(dpa/lsw)

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