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20201105130856

Kärcher-Chef Jenner erwartet Insolvenzwelle wegen Corona

08:24
05.11.2020
Kärcher-Chef Hartmut Jenner rechnet für das kommende Jahr mit noch weitaus schlimmeren Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft. «Erstens: Es wird nicht die dynamische Erholung der deutschen Wirtschaft geben, die viele zurzeit noch prophezeien», sagte der Vorstandsvorsitzende des Reinigungsgeräteherstellers dem «Handelsblatt» (Donnerstag). «Zweitens: Es kommt stattdessen eine große Welle von Insolvenzen auf uns zu, die steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Steuereinnahmen bedeutet. Drittens: Der Staatengemeinschaft wird schlicht das Geld für weitere Konjunkturprogramme ausgehen.»

Jenner geht davon aus, dass Kärcher das laufende Jahr mit einem Umsatz von gut 2,6 Milliarden Euro und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres beenden wird. Man erlebe einerseits ein gutes Geschäft mit den Konsumenten, die ihr heimisches Umfeld verschönern wollten. Andererseits würden die Gebäudereinigung oder der Verkauf größerer Maschinen an Geschäftskunden schwer in Mitleidenschaft gezogen. «Geschäfts- und Privatkunden halten sich bei uns umsatzmäßig sonst die Waage. Diesmal verteilt sich das eben anders», sagte Jenner. «Einen echten Wachstumssprung werden wir sicher nicht machen.»

(dpa/lsw)

Studie: Wohl geringes Infektionsrisiko in Kitas

07:56
05.11.2020
Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko. Bei der «Safe-Kids-Studie» in Zusammenarbeit mit dem hessischen Sozialministerium waren über einen Zeitraum von zwölf Wochen 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas in Hessen getestet worden, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dabei seien nur zwei Probanden positiv getestet worden - in beiden Fällen Erzieherinnen. Zuerst hatte die Wochenzeitung «Die Zeit» darüber berichtet.

Im Untersuchungszeitraum (18. Juni bis 10. September) sei die Rate an Neuinfektionen landesweit allerdings als niedrig einzustufen gewesen, hieß es. Daher seien die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf ein Umfeld mit hoher Inzidenz übertragbar. Im Studienzeitraum hätten jedoch auch die hessischen Sommerferien und die Wochen danach gelegen, in denen es reisebedingt zu einem Anstieg der Fallzahlen kam.

«In den zwölf Wochen Beobachtungszeitraum hat sich wohl keines der mehr als 800 untersuchten Kinder infiziert», sagte Studienleiterin Sandra Ciesek der Zeitung. «Die Wahrscheinlichkeit scheint also extrem gering zu sein, dass sich Kinder anstecken.» Überraschend sei dieser Befund insofern, als die meisten Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder die saisonale Grippe sich sehr schnell in Kitas und Schulen verbreiteten, erklärte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. «Ausgerechnet bei Sars-CoV-2 scheint das aber nicht so zu sein.»

Bei der «Safe-Kids-Studie» hatten die Eltern und Mitarbeiter den Angaben zufolge einmal pro Woche einen Wangen- und einen Analabstrich bei ihren Kindern und sich selbst vorgenommen, um eine Ausscheidung von Sars-CoV-2 nachzuweisen. 

(dpa)

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