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Musiker-Protest im Netz gegen Corona-Bühnen-Verbot

05:58
03.11.2020
Ob bei den Münchner Philharmonikern oder der Band Culcha Candela: Die Bühnen-Musik ist wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit verstummt. Mit einer Aktion unter dem Motto #SangUndKlanglos haben am Montagabend zahlreiche Orchester, Musiker und Bands aus Deutschland ihren «Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur» zum Ausdruck gebracht. Sie stellten Auftritte ins Internet, bei denen sie und ihre Instrumente stumm blieben.

Unter der Federführung der Aktionsgemeinschaft #AlarmstufeRot kamen etwa die Ensembles um 20 Uhr auf die Bühne und verweilten 20 Minuten in Stille, ehe sie wieder abtraten. Wegen der Corona-Pandemie sind Auftritte Kulturschaffender bis Ende November komplett untersagt worden. Zuvor galten schon monatelang strenge Regeln bei den Besucherzahlen.

Die Musiker von Culcha Candela hatten sich dicke Klebestreifen auf den Mund geklebt oder die Hände mit einem Kabel verbunden. Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers saß mit einer Gitarre vor einer weißen Wand, besorgt in die Kamera schauend - und blieb minutenlang stumm. Nach knapp zehn Minuten sagte er: «Ganz schön still, ja?»

An der Aktion beteiligten sich unter anderem auch die Bamberger Symphoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, die Staatsoper Hannover und das Gewandhausorchester aus Leipzig. In einem Statement der Leipziger heißt es: «So sehr wir nachvollziehen können, dass den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hohe Priorität eingeräumt wird, so schwer fällt es zu verstehen, weshalb gerade Konzerthäuser und Theater als besonders risikoreich angesehen werden.»

(dpa)

Ärztepräsident: «Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen»

05:56
03.11.2020
Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. «Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt», sagte Reinhardt der «Passauer Neue Presse» (Dienstag). «Tun wir das nicht, droht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens.»

Insbesondere die steigende Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei besorgniserregend, sagte Reinhardt weiter. Die Zahl habe sich in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht. Auch der Anteil der älteren Patienten habe wieder zugenommen. «Damit werden wir auch wieder mehr schwerere Verläufe und Todesfälle haben.»

Zudem fehle es an ausreichend Personal, um alle freien Intensivbetten vollumfänglich zu betreuen, sagte Reinhardt. Im Notfall müsse Personal aus anderen Bereichen der Kliniken herangezogen werden. «Davon sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt.»

In etwa vier Wochen werde man wissen, ob die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegriffen haben oder ob man nachjustieren müsse. «Aktuell geht es darum, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Dafür sind die beschlossenen Maßnahmen angemessen und richtig.»

(dpa)

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