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Was kommt nach Corona-November? - Merkel legt sich nicht fest

14:15
02.11.2020
Für die Zeit nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown will sich die Bundesregierung noch nicht festlegen. «Ich möchte heute über den 30. November noch nicht spekulieren», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin. Sollten sich viele Menschen auch im privaten Bereich an die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten, dann schaffe dies die Voraussetzung für einen «erträglichen Dezember» mit mehr Freiräumen. Sollte sich bis zu ihrem nächsten Gespräch mit den Ministerpräsidenten aber herausstellen, dass die neuen Maßnahmen noch nicht ausreichend seien, um die Zahl der Neuinfektionen stark zu reduzieren, seien womöglich aber auch zusätzliche Maßnahmen notwendig.

Entscheidend sei hier die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - also wie viele Menschen sich innerhalb einer Woche pro 100 000 Einwohner neu infizieren. Aktuell liege dieser Wert bei 127,8, «wir müssen wieder runter in den Bereich von unter 50», sagte Merkel. Denn erst dann seien die Gesundheitsämter wieder in der Lage, Infektionsketten umfassend nachzuverfolgen und dann auch zu durchbrechen.

(dpa)

Kabarettist Tobias Mann ärgert sich über Corona-Politik

14:10
02.11.2020
Dem Kabarettisten Tobias Mann reicht die Unterstützung der Politik für Kulturschaffende in der Corona-Krise nicht. Das angekündigte Hilfspaket bezeichnete er am Montag im Radioprogamm «SWR Aktuell» als «Tropfen auf den heißen Stein», weil es bisher nur für den Monat November gelten solle. Für die Kunst- und Veranstaltungsbranche sei aber eigentlich schon seit März «alles anders». Was kulturell jetzt verschwinde, das komme möglicherweise nicht wieder.

Die Bundesregierung hat vergangene Woche Nothilfen von zehn Milliarden Euro für Betroffene des Teil-Lockdowns beschlossen. Die Hilfen sollen laut Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Kultur erreichen. Wirtschafts- und Finanzministerium arbeiten derzeit an der konkreten Umsetzung. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Soloselbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen.

Mit Blick auf die staatlichen Hilfen für die Autoindustrie und die Lufthansa sagte der er in Mainz geborene Kabarettist: «Wahrscheinlich ist das große Problem für uns Kulturschaffende, dass wir auf den Bühnen zu wenig Kerosin und Diesel verbrennen. Möglicherweise sollten wir damit anfangen, dann wird das vielleicht was mit den adäquaten Hilfen.»

(dpa/lsw)

Merkel: Einschränkungen können «ein Wellenbrecher» sein

14:09
02.11.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands appelliert, die nun greifenden Kontaktbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie zu befolgen. «Ob diese große gemeinsame Kraftanstrengung etwas bringt im Monat November, das hängt nicht nur von den Regeln ab, sondern auch davon, ob diese Regeln befolgt werden», sagte Merkel am Montag vor Journalisten in Berlin. Jede und jeder habe es in der Hand, ob es einen Wendepunkt in der Pandemie gebe.

Deutschlandweit habe es zuletzt im Schnitt 127,8 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben. «Wie müssen in die Region von 50 kommen», sagte Merkel. «Das ist das Ziel.» Dann könnten die Beschränkungen in dieser zweiten Welle ein «Wellenbrecher» sein. Derzeit könnten die Gesundheitsämter die Kontakte der Infizierten nicht nachverfolgen. Dies solle aber wieder möglich sein. Sehr viel mehr als 50 Infizierte pro 100 000 Einwohner könnten die Gesundheitsämter nicht schaffen.

Die Kontakte zu minimieren, wo immer möglich, sei daher nötig. «Zu Hause sollen sich so wenige Menschen wie möglich treffen», betonte Merkel. Im öffentlichen Raum sollten sich Angehörige von nur zwei Hausständen treffen, bekräftigte Merkel. Mit Blick darauf, dass es im November keine Kulturveranstaltungen und Gastronomie-Besuche geben soll, räumte Merkel ein, dies bedeute Verzicht auf vieles, «was das Leben schön macht».

Sehr viele Menschen reagierten mit Verständnis, sagte Merkel.
«Aber es gibt auch Zweifel, Skepsis, Ablehnung.» Sie verstehe, dass viele Menschen enttäuscht seien, dass die Pandemie so lange anhalte. «Der Herbst ist jetzt mit großer Wucht gekommen.» Das Licht am Ende des Tunnels sei noch ziemlich weit entfernt. Jedoch gelte: «Das Virus bestraft Halbherzigkeit.» Es sei so etwas wie eine Naturkatastrophe, mit der Politik und Gesellschaft umgehen müssten.

(dpa)

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