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20201102140951

Merkel verteidigt Schließung der Gastronomie

14:07
02.11.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Schließung der Gastronomie im November verteidigt und den Firmen erneut eine schnelle Hilfe zugesagt - wie auch der Kulturszene. Die Betroffenen mit Einnahmeausfällen würden nicht alleine gelassen, sagte Merkel am Montag in Berlin. Die Bundesregierung hatte bereits Nothilfen von zehn Milliarden Euro beschlossen. Die Hilfen sollten auch die Kultur erreichen, sagte Merkel.

Zur umstrittenen Schließung von Gastronomiebetrieben sagte Merkel, erarbeitete Hygienekonzepte würden noch sehr wertvoll sein. Um die schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, komme es nun aber vor allem darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern. Den Betroffenen solle nun sehr schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Wirtschafts- und Finanzministerium arbeiten derzeit an der konkreten Umsetzung der Nothilfen. Damit sollen Umsatzausfälle ersetzt werden.

(dpa)

Infektionsrisiko soll durch digitale Arztbesuche gesenkt werden

14:01
02.11.2020
Seit Montag gelten auch in Baden-Württemberg Sonderregeln für digitale Arztbesuche. Medizinische Behandlungen können nun nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart auch per Videoschalte stattfinden. Wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte, hat der gemeinsamen Bundesausschuss als zuständiges Gremium die entsprechende Entscheidung getroffen, die bundesweit gilt.

In einer Mitteilung heißt es dazu, das Gebot der Stunde sei es nun, unnötige persönliche Kontakte in allen Bereichen zu vermeiden. «Wir müssen jene notwendigen Anstrengungen und Maßnahmen ergreifen, die das Infektionsrisiko verringern, ohne dass kranke Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssen.» Seit Montag (2. November) gelten auch in Baden-Württemberg neue Sonderregeln für ärztlich verordnete Leistungen, um Corona-Infektionsrisiken zu verringern.

(dpa/lsw)

Drosten erklärt Corona-Maßnahmen mit Vermeiden der Triage

13:25
02.11.2020
In der Debatte über die Corona-Maßnahmen hat der Virologe Christian Drosten an die schwierigen Entscheidungen von Ärzten im Fall einer Überlastung der Intensivstationen erinnert. In einem Vortrag erläuterte er das Vorgehen namens Triage, bei dem Patienten im Extremfall sortiert werden. Man habe zum Beispiel einen alten Covid-19-Patienten, der seit einer Woche auf der Intensivstation beatmet werde, mit einer Überlebenschance zwischen 30 und 60 Prozent. Und dann komme ein 35-jähriger Vater dreier Kinder mit einem schweren Covid-19-Verlauf. Der jüngere Patient müsse dringend an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, sonst sei er übermorgen tot - das wisse man als Intensivmediziner, sagte Drosten bei einer Veranstaltung in Meppen am Freitagabend.

«Was machen Sie? Sie müssen einen der älteren Patienten abmachen. Das ist, was Triage bedeutet», sagte Drosten. «Und aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, in diese Maßnahmen einzutreten, die wir jetzt haben.» In unserem Kulturkreis gebe es ein anderes Ethikverständnis als in anderen Kulturkreisen: «Bei uns zählen alle Menschenleben.» Drosten erläuterte, wie schnell sich zuletzt die 400 Intensivbetten der Charité mit Covid-19-Patienten füllten. Ein Teil der geplanten Operationen werde bereits abgesagt. Laut dem Lagebericht der Berliner Gesundheitsverwaltung vom Sonntag hat sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in der Hauptstadt innerhalb von elf Tagen verdoppelt.

Das Wort Triage stammt vom französischen Verb «trier», was «sortieren» oder «aussuchen» bedeutet. Das System kommt aus der Militärmedizin: Ende des 18. Jahrhunderts fanden sich im «Königlich-Preußischen Feldlazareth-Reglement» erste Angaben, wie Verwundete nach Schweregraden eingeteilt werden sollten.

Die Politik hofft, mit einem seit Montag geltenden Teil-Lockdown die rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen und den wachsenden Druck auf das Gesundheitswesen wieder in den Griff zu bekommen. 

(dpa)

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