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20201030125351

Bundespolizist soll Corona-Skeptikern Tipps für Demos gegeben haben

12:40
30.10.2020
Ein Beamter der Kölner Bundespolizei soll Corona-Skeptikern Tipps gegeben haben, wie sie sich bei Demonstrationen gegen den Zugriff durch Polizisten wehren können. Die Bundespolizei prüfe mehrere Sprachnachrichten, die der Beamte in einer Chatgruppe des Messengerdienstes Telegram gepostet habe, sagte Behördensprecherin Martina Dressler am Freitag.

Nach einem Bericht des «Kölner Stadt-Anzeiger» bot der Mann, der sich «Peter aus Köln» nennt, den Gruppenmitgliedern seine Unterstützung an. Wenn die Polizei zum Beispiel bei einer Demo einen bestimmten Teilnehmer ins Visier nehme, sollten andere Demonstranten die Polizisten durch «ganz einfaches Blocken» oder «einfaches Einhaken» von ihm fernhalten, riet er laut Zeitung in einer Sprachnachricht.

Nach Angaben von Dressler war der Beamte außerdem an einem Tag ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz zum Dienst erschienen. Da er kein medizinisches Attest vorweisen konnte, das ihn vom Tragen der Maske befreien würde, habe der Vorgesetzte ihn von der Dienststelle verwiesen.

(dpa)

Sterbefallzahlen im September fünf Prozent über dem Durchschnitt

11:38
30.10.2020
Im September sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts fünf Prozent mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Erhöhung sei aber «offenbar nicht durch Covid-19-Todesfälle bedingt», berichtete das Amt am Freitag. Der Sonderauswertung zufolge starben im September mindestens 73 010 Menschen - das waren 3221 mehr als im Durchschnitt der vier Jahre davor. «Die Daten zu bestätigten Covid-19-Todesfällen, die beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, können die überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen nicht erklären.»

Im September 220 starben laut RKI 192 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Personen. Im April gab es 6035 Covid-19-Todesfälle. Damals lagen die Sterbefallzahlen zehn Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre. Im April war den Statistikern zufolge ein Zusammenhang zwischen Covid-19-Toten und höheren Sterbefallzahlen «naheliegend».

Die Sterbefallzahlen von Mai bis Juli lagen im Durchschnitt. Im August waren sie um sechs Prozent erhöht - «im Zuge der Hitzewelle», wie Destatis berichtete. Und im September? Saisonale Einflüsse wie Grippe oder Hitze scheiden aus. «Ohne diese Effekte ist vor allem der steigende Anteil älterer Menschen als Hauptursache für die kontinuierliche Erhöhung der Sterbefallzahlen naheliegend», hieß es am Freitag.

Die Zahl der Über-80-Jährigen ist von 2015 bis 2019 von 4,7 Millionen auf 5,7 Millionen gestiegen. Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im September seien fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in dieser Altersgruppe zurückzuführen.

(dpa)

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