In der Slowakei hat der tägliche Anstieg an Corona-Infektionen erstmals die Schwelle von 3000 Fällen überschritten. Wie der konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Sonntag auf Facebook mitteilte, wurde mit 3042 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein Rekordwert erreicht.
Der rasche Anstieg der Infektionszahlen bestätige, dass es richtig war, Ausgangsbeschränkungen über das ganze Land zu verhängen, schrieb der Gründer der Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLANO. „Doch der Lockdown alleine, so wie er in der Slowakei konzipiert ist, dass also Millionen Menschen trotzdem weiter zur Arbeit gehen, kann nicht genügen. Eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung spielen daher unsere flächendeckenden Tests.“
Am Sonntagabend sollte die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung zu Ende gehen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen - immerhin rund fünf Millionen Menschen.
Seit Samstag gelten außerdem landesweite Ausgangsbeschränkungen. Bis einschließlich 1. November dürfen die Bürger ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie für Lebensmittelkäufe oder andere dringende Besorgungen verlassen. Ab Montag müssen alle Schüler ab der fünften Schulstufe auf Online-Unterricht umsteigen.