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Département Moselle beklagt Krankenpfleger-Schwund

08:17
17.10.2020
Verantwortliche des Gesundheitswesens in der französischen Nachbar-Region sind wegen der zunehmenden Abwanderung von Pflegekräften nach Luxemburg alarmiert. Ein Drittel der 350 Krankenschwestern, die jedes Jahr die drei Schulen im Departement Moselle mit einem Diplom verlasse, bewerbe sich sofort in Luxemburg oder anderswo im Ausland, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP.

"Luxemburg rekrutiert wie wild. Ich bekomme gar keine Bewerbungen mehr zugeschickt", sagt Régis Moreau, Direktor der Uneos-Gruppe, die die Hôpitaux privés de Metz betreibt. Die Folge sei, das Betten geschlossen werden müssen.

Luxemburg brauche unter anderem wegen des neuen Südspidols in Esch/Alzette eine große Anzahl von Pflegekräften und bietet "doppelt oder sogar dreifach höhere Gehälter", so Marie-Odile Saillard, Direktorin des Regionalkrankenhauses Metz/Thionville. Sie fordert eine neue Konvention zwischen Frankreich und Luxemburg. "Frankreich bildet aus, und das sogar gut. Aber es gibt keine Gegenleistung", kritisiert Saillard. Gewerkschafter der CGT beklagen die mangelnde Attraktivität des Pflegeberufs in Frankreich.

Wie in vielen anderen Teilen Frankreichs steigen auch im Département Moselle die Corona-Zahlen, seit Donnerstag ist das Gebiet wieder als "rote Zone" eingestuft. Es werden auch wieder mehr Covid-19-Fälle im Krankenhaus behandelt. Die Situation ist aber noch unter Kontrolle. Am Freitag waren lediglich zwölf Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, während der ersten Welle im Frühjahr waren es an die 200.

Jörg Tschürtz