Letztes Update:
20201117163103

Debatte über Heizpilze im Saarland

06:51
17.10.2020
Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat sich für das Betreiben von Heizpilzen in der Gastronomie ausgesprochen und sich für Pragmatismus in der Krise ausgesprochen - „bevor ganze Branchen sterben“. Zugleich lobte sie den Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, der Heizpilze in der Gastronomie zeitlich begrenzt befürworte. „Damit stellt er sich gegen weite Teile seiner Partei - auch hier im Saarland“, betonte Rehlinger.

In Saarbrücken bleiben gasbetriebene Heizpilze in der Wintersaison dennoch verboten - im Gegensatz etwa zu anderen saarländischen Städten wie Homburg, Neunkirchen, St. Ingbert und St. Wendel. Der saarländische Hotel- und Gaststättenverband zeigte sich enttäuscht, dass es bei dem Verbot in der Landeshauptstadt bleibe. Man freue sich jedoch, so Geschäftsführer Frank Hohrath, dass die Stadt die Anregungen für Zelte beziehungsweise Wind- und Wetterschutz aufgenommen und die Sondernutzungsgenehmigungen für die Außenbestuhlung verlängert habe.

Jörg Tschürtz

Foto: Patrick van Katwijk / ANP / AFP Der niederländische König Willem-Alexander und Ehefrau Maxima bei einer Veranstaltung am Dienstag in Den Haag.

Nach Kritik: König Willem-Alexander bricht Urlaub ab

06:50
17.10.2020
Nach harscher Kritik hat die niederländische Königsfamilie eine trotz der Corona-Krise unternommene Urlaubsreise nach Griechenland abgebrochen. „Wir sehen die Reaktionen von Menschen auf Berichte in den Medien. Und die sind heftig und sie berühren uns“, hieß es in einer am späten Freitagabend veröffentlichten Mitteilung des Königshauses. „Wir wollen keinerlei Zweifel daran bestehen lassen: Um Covid-19 zu besiegen, ist es notwendig, dass die Richtlinien befolgt werden.“

Zuvor hatten Abgeordnete von Oppositions- wie Regierungsparteien Kritik an der erst durch Medienberichte bekannt gewordenen Flugreise von König Willem-Alexander (53) und seiner Familie mit einer Regierungsmaschine zu deren Ferienhaus auf der Halbinsel Peloponnes geübt. Angesichts seiner Vorbildfunktion als Staatsoberhaupt hätte der König dem Aufruf der Regierung Folge leisten sollen, so viel wie möglich „in der eigenen Umgebung“ zu bleiben, erklärte Joost Sneller von der Regierungspartei D66. Die Reise der königlichen Familie sei „unvernünftig und unbegreiflich“.

Ähnlich äußerten sich Abgeordnete anderer Parteien. Zugleich wurde eine Erklärung von Ministerpräsident Mark Rutte gefordert. Der Regierungschef ließ daraufhin später am Abend wissen, er sei über die Urlaubspläne des Königs informiert gewesen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

In den Niederlanden sind gerade verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen verfügt worden. Unter anderem müssen Kneipen und Restaurants für vier Wochen schließen. Am Freitag meldeten die Behörden, seit Donnerstagmorgen seien fast 8.000 neue Corona-Infektionen registriert worden; das sei ein neuer „Tagesrekord“. Für das Gebiet in Griechenland, in dem sich die Ferienvilla von Willem-Alexander befindet, gilt bislang keine Warnung vor einem erhöhtem Corona-Risiko.

Jörg Tschürtz