Belgien ergreift angesichts steigender Infektionszahlen strengere Maßnahmen, um das Corona-Virus einzudämmen. Ab Samstag gilt an allen öffentlichen Plätzen mit vielen Besuchern – Märkte, Einkaufsstraßen, Cafés, Restaurants, Hotels – Maskenpflicht. Welche Zonen als "endroit à forte fréquentation" ausgewiesen werden, obliegt den Gemeinden.
Hinzu kommen soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga die Vorgabe, dass Gäste in Restaurants und Kneipen Email-Adresse oder Telefonnummer hinterlassen müssen, damit sie im Fall von Infektionen informiert werden können. Läden mit Spätverkauf müssen um 22.00 Uhr schließen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Es bleibt demnach bei der Regel, dass jeder pro Woche nur Kontakt mit 15 verschiedenen Menschen haben soll.
Kunden von Hotels und Restaurants können die Masken ablegen, wenn sie an einem Tisch sitzen.
Bereits seit 11. Juli durften Geschäfte, Kinos, Kirchen, Museen und Bibliotheken in Belgien nur mit Mund-Nase-Schutz betreten werden. "Die Ankündigung strengerer Regeln lastet auf unserer Moral, aber wir wollen lieber heute handeln als es morgen zu bereuen", sagte Premierministerin Sophie Wilmès bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.
Belgien ist mit 85 Todesfällen pro 100.000 Einwohner eines der Länder mit der höchsten Anzahl von Covid-19-bedingten Todesfällen. Die Fallzahlen waren zuletzt auch in Belgien wieder gestiegen. Im Durchschnitt der vergangenen Woche lagen sie in dem Land mit gut elf Millionen Einwohnern bei 193 neuen Infektionen pro Tag, in der Spitze am Montag bei 360. Man müsse sich deshalb nicht verrückt machen, es aber ernst nehmen, sagte Wilmès. „Wir haben die erste Schlacht gewonnen, aber der Kampf gegen das Coronavirus ist mit Sicherheit nicht zu Ende.“