Sind Luxemburgs medizinische Labore wegen der Corona-Krise überlastet? Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) erklärt in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung an den Abgeordneten Sven Clement (Piraten), dass sich die Wartezeiten für Routine-Analysen wie etwa Bluttests tatsächlich leicht erhöht haben. "Wir reden hier jedoch von Minuten oder Stunden, aber nicht von Tagen."
Das Gesundheitsamt habe den Laboren Vorschläge unterbreitet, um verschiedene Tests zu priorisieren. Das Hauptproblem scheinen jedoch Personalengpässe zu sein. Es sei derzeit schwierig, geeignete Arbeitskräfte zu finden.
Der Arbeitsumfang in den Laboren sei derzeit sehr hoch, so Lenert. Sie betont jedoch, dass die flächendeckenden Tests im Rahmen des "Large Scale Testing" (LST) die normale Arbeitsroutine in den Zentren nicht behindern dürfen. Das durchführende Unternehmen (Laboratoires Réunis, Anm.) habe wegen des LST zusätzlich in Personal und Ausstattung investiert. Zudem wurden eigene Drive-in-Teststationen eingerichtet.
Verschiedene Labore würden Personen auch ohne ärztliche Verschreibung testen. Die Direktion des Gesundheitsamts rät von dieser Praxis jedoch ab: Ein Test sollte immer von einem Arzt angeordnet werden, der prüfe, ob dieser tatsächlich notwendig sei. "Es werden leider viele unnütze Tests durchgeführt, zum Beispiel am Ende einer Isolierung bei einer Covid-19-Infektion, obwohl dies systematisch weder von nationalen noch von internationalen Behörden empfohlen wird", unterstreicht Lenert.