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20201117163103

EU-Länder können Remdesivir nachbestellen

12:43
07.10.2020
Angesichts steigender Corona-Infektionen in mehreren europäischen Ländern können EU-Staaten jetzt zusätzliche Mengen des Wirkstoffs Remdesivir nachbestellen. Remdesivir hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Außerdem plant die EU-Kommission den Abschluss weiterer Verträge über gemeinsame Bezugsrechte mit dem Hersteller.  

Ein erster Bezugsvertrag mit dem US-Pharmakonzern Gilead war im Juli geschlossen worden, um 30.000 Patienten in der EU versorgen zu können. Das Unternehmen produziert das auf Remdesivir basierende Medikament Veklury. „Die Kommission verständigte sich auf eine Ergänzung des Vertrags“, erklärte ein Sprecher nun. Weitere Lieferungen der Arnzei gingen derzeit schon etwa in die Niederlande. Die EU-Staaten könnten Bestellungen für Remdesivir abgeben, hieß es. Für die kommenden sechs Monate werde zudem ein neuer Rahmenvertrag zwischen der Kommission und Gilead angepeilt.

Remdesivir war ursprünglich zur Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt worden – viele Ärzte schreiben der Substanz aber auch Wirkungen auf den Sars-CoV-2-Erreger zu. Die Arzneimittelagentur der EU (EMA) geht derzeit Berichten nach, denen zufolge es in manchen Fällen zu Niederschäden bei behandelten Covid-19-Patienten gekommen sein soll. Mögliche Nebenwirkungen sollen nun weiter genau beobachtet werden. Auch US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Bekanntwerden seiner Corona-Ansteckung laut Leibarzt Sean Conley Remdesivir eingenommen.

Jörg Tschürtz

Europäische Corona-Ampel für Reisebeschränkungen kommt

12:33
07.10.2020
Die EU-Staaten machen Fortschritte bei den Bemühungen um eine bessere Koordinierung der Corona-Reisebeschränkungen. Wie aus einem Kompromissvorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervorgeht, könnten sich die Länder auf Kriterien für eine gemeinsame Karte einigen, auf der Regionen je nach Infektionsgeschehen farblich markiert sind. Für Gebiete mit wenigen Corona-Fällen sollen die Staaten keine Beschränkungen erlassen. Die Karte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und jede Woche aktualisiert werden.

Ein EU-Diplomat sprach von „ausgesprochen produktiven Beratungen“. „Auch für schwierige Themen wie einer gemeinsamen Datenanalyse und einem gemeinsamen Mapping konnten gute Lösungen gefunden werden.“ Es gebe einen klaren Fokus auf einen regionalen Ansatz.

Am Mittwoch berieten die EU-Botschafter über das Papier, am Freitag könnten sie darüber abstimmen. Kommenden Dienstag könnte es dann bei Beratungen der Europaminister angenommen werden.  

Jörg Tschürtz