Eigentlich sollte der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ein großes Bürgerfest in Potsdam werden, das derzeit den turnusmäßigen Vorsitz in der deutschen Länderkammer (Bundesrat) innehat. Doch Hunderttausende Besucher, Bratwurst- und Bierstände - in Zeiten der Corona-Pandemie ist das undenkbar.
Stattdessen wurde schon am 5. September eine vierwöchige Schau zum 30. Jahr der Deutschen Einheit in Potsdam eröffnet. Das Motto lautet „30 Jahre - 30 Tage - 30 x Deutschland“. Auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke durch die Stadt präsentieren sich die 16 deutschen Bundesländer bis 4. Oktober in gläsernen Ausstellungspavillons. Aus Hygienegründen dürfen die nicht betreten, sondern nur umringt werden. Vertreten sind auch Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht.
Im Pavillon des Bundesrates ist unter anderem eine Replik des Rednerpultes zu sehen. Der Bundestagespavillon zeigt ein Foto von der Reichstagsverhüllung durch den Künstler Christo, der in diesem Jahr 85 Jahre alt geworden wäre. Beim Bundesverfassungsgericht wird per Foto ein Blick in den Sitzungssaal gewährt, dazu im Original die leuchtend rote Robe eines Richters präsentiert. Erstmals beteiligt sich außerdem der Bundespräsident an einem Bürgerfest.
„Wir hatten uns das Fest ganz anders vorgestellt“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als amtierender Bundesratspräsident. „Nun können die Besucher an einem Tag alle 16 Bundesländer besuchen.“ Der Festakt zum Einheitsjubiläum wird am 3. Oktober in der Potsdamer Metropolishalle gefeiert, mit Bunde