Nach ersten Fällen in Asien, Europa und den USA berichten nun auch Forscher in Ecuador vom Nachweis einer erneuten Corona-Infektion bei einem ursprünglich von der Krankheit Genesenen. „Die Genome des Virus wurden bei einem Ecuadorianer mit Covid-19 im Mai und erneut im August sequenziert“, twitterte das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito (IMUSFQ) am Samstag. Es habe sich dabei gezeigt, dass es sich um zwei verschiedene Stämme des Coronavirus handelte.
Die Erkrankung nahm bei dem Patienten aus dem südamerikanischen Land im Mai demnach einen leichten Verlauf, im August zeigte er mäßige Symptome. Dazwischen fiel ein Corona-Test im Juli negativ aus.
Die Forscher in Ecuador stellten auch fest, dass der Patient bei der zweiten Infektion eine Erhöhung des Immunglobulins (IgG) in seinem Körper gegen das Virus aufwies. Das bedeutet, dass sein Körper bereits über Antikörper verfügte.
Zuvor hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien und den Niederlanden von dokumentierten Fällen erneuter Ansteckungen mit dem Coronavirus berichtet. Zuletzt wiesen Wissenschaftler in den USA einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit längerem genesenen Patienten nach.
Mehr als ein halbes Jahr nach Auftauchen von Sars-CoV-2 war zunächst nicht viel über mögliche erneute Ansteckungen bekannt geworden. Die wenigen Berichte zu solchen Fällen warfen bislang viele Fragen auf, wie auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt. Studien, die Menschen nach einer Infektion über Jahre im Blick behalten, fehlen.
Forscher gehen nach Untersuchungen im Labor davon aus, dass eine durchgemachte Corona-Infektion zumindest zeitweise Schutz vor einer erneuten Ansteckung verleihen könnte.