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Putin verteidigt frühe Zulassung von russischem Corona-Impfstoff

17:31
27.08.2020
Kremlchef Wladimir Putin hat die frühe Zulassung des weltweit ersten Impfstoffes gegen das neue Coronavirus verteidigt. „Wir haben das in strikter Übereinstimmung mit dem russischen Recht getan“, sagte der Präsident am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija 1. „Die russischen Gesetze stimmen voll und ganz mit der weltweiten Praxis und den in anderen Ländern verabschiedeten Vorschriften überein.“

Der russische Impfstoff mit dem Namen „Sputnik-V“ wurde vor gut zwei Wochen für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen. Die Genehmigung erfolgte vor dem Vorliegen der Ergebnisse sogenannter Phase-III-Studien. Dieses Vorgehen hatte international viel Kritik ausgelöst. In dieser dritten Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt und welche Nebenwirkungen auftreten.

Klinische Studien an Tieren und Freiwilligen hätten gezeigt, dass das Vakzin „eine beständige Immunität“ bilde, sagte Putin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte gemahnt, jeder Impfstoff müsse den gleichen klinischen Studien unterzogen werden. Die Organisation führt nach eigenen Angaben Gespräche mit Russland.

Auch eine der beiden Töchter von Putin hat sich impfen lassen. „Meiner Tochter geht es gut“, sagte der Kremlchef. Sie habe sich freiwillig gemeldet. „Ihre Temperatur betrug am ersten Tag 38,4 Grad, am zweiten Tag etwas mehr als 37 - und das war's.“

Mittlerweile haben viele Länder Interesse an dem russischen Impfstoff gezeigt. Neben der Produktion sollen auch weitere Tests laufen. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sucht dafür seit Mittwoch 40 000 Freiwillige in Europas größter Metropole.

Putin kündigte zugleich einen zweiten Impfstoff gegen Corona für September an. „Daran arbeitet ein berühmtes Institut in Nowosibirsk“, sagte er. Das Gesundheitsministerium hatte nach früheren Angaben mitgeteilt, dass weitere Vakzinen in der Testphase seien.

In Russland sind nach offiziellen Angaben mehr als 792.000 Corona-Infektionen bekannt geworden. Etwa 16.800 Menschen starben mit dem Virus. Jeden Tag kommen mehr als 4000 neue Fälle hinzu.

dpa

Bangladesch testet Covid-Impfstoff aus China an Gesundheitspersonal

17:31
27.08.2020
Bangladesch will einen chinesischen Covid-Impfstoff an 4200 Mitgliedern seines Gesundheitspersonals testen. Die Phase-3-Tests sollten etwa eineinhalb Jahre dauern und bald beginnen, teilte das International Centre for Diarrhoeal Disease Research mit Sitz in Dhaka, das die Tests zusammen mit der chinesischen Firma Sinovac durchführen soll, am Donnerstag mit. Das Land in Südasien, das nach UN-Angaben zu den am wenigsten entwickelten der Welt gehört, hat China gebeten, ihm Impfstoff bereitzustellen, sobald er von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) akzeptiert wird, wie Bangladeschs Gesundheitsminister Zahid Maleque sagte.

Bangladesch hat bislang mehr als 304.000 Corona-Infektionen registriert. Mehr als 4000 Patienten sind bislang daran gestorben, wie Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore zeigen.

dpa