Japans Exporte sind in der ersten Jahreshälfte wegen der Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie so stark eingebrochen
wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wie die Regierung am Montag bekanntgab, verringerten sich die Ausfuhren der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwischen Januar und Juni im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum
um 15,4 Prozent auf rund 32,4 Billionen Yen (261 Mrd Euro). Das ist der schwerste Einbruch auf Halbjahresbasis seit einem Exportrückgang von 22,8 Prozent in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 im Zuge der globalen Finanzkrise. Hintergrund ist die
stark gesunkene Nachfrage in Übersee nach japanischen Autos und anderen Industriegütern wegen der Pandemie.
Allein Japans wichtiger Autoexport brach im Berichtszeitraum um 30,9 Prozent ein, wie aus den vorläufigen Daten der Regierung hervorgeht. Bei Autoteilen musste Japan einen Rückgang von 29 Prozent zum Vorjahreszeitraum verkraften. Japan verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres ein
Handelsbilanzdefizit von 2,24 Billionen Yen, der größte Fehlbetrag seit der zweiten Jahreshälfte 2014.
Wegen der globalen Pandemie war Japans Industrieproduktion eingebrochen, das Land rutschte in eine Rezession.
Erst für die zweite Hälfte dieses Jahres rechnen Ökonomen in Tokio damit, dass es mit Japan wieder etwas aufwärts geht. Doch erwarten die Unternehmen des Landes keinen rasanten Aufschwung, die Grundstimmung in den Manager-Etagen bleibt vorerst pessimistisch.
dpa