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Umfrage: Fast 90 Prozent der Deutschen zufrieden mit Corona-Umgang

14:13
27.08.2020
Eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bundesbürger ist einer Umfrage zufolge der Meinung, dass Deutschland im Umgang mit der Coronakrise seine Aufgaben gut erfüllt hat. 88 Prozent äußerten sich entsprechend, wie aus einer am Donnerstag in Washington veröffentlichten Befragung des Forschungsinstituts Pew in 14 Industriestaaten hervorgeht. Deutschland liegt - gleichauf mit Kanada - hinter Dänemark und Australien, wo sich 95 beziehungsweise 94 Prozent positiv über den Umgang ihres Landes mit der Krise äußerten.

Auch in den Niederlanden, in Südkorea, Italien, Schweden, Belgien, Frankreich, Japan und Spanien beurteilte eine Mehrheit den Umgang mit der Krise positiv. Negative Mehrheiten gab es nur in Großbritannien und die USA, wo eine Mehrheit der Befragten (54 beziehungsweise 52 Prozent) den Umgang als schlecht bewertete.

Trotz der positiven Noten für den Umgang mit der Krise glaubt eine Mehrheit der Deutschen (54 Prozent), dass ihr Land gespaltener ist als vor dem Ausbruch der Pandemie. Das entspricht in etwa dem Mittelwert der europäischen Länder in der Umfrage, der bei 53 Prozent liegt. Ein Außenseiter ist Dänemark, dort halten 72 Prozent das Land für vereinter als zuvor, in Schweden sind es 58 Prozent. Einen Ausschlag in die andere Richtung gibt es in den USA: 77 Prozent meinen, dass das Land seit der Pandemie gespaltener sind.

Erhebliche Differenzen gibt es auch bei der Frage, ob sich das eigene Leben durch die Corona-Pandemie verändert hat. In Dänemark gaben 73 Prozent an, das sei nicht oder nicht so sehr der Fall. Deutschland liegt in diesem Punkt unter allen 14 erfassten Staaten mit 61 Prozent an zweiter Stelle. In den USA sagten dagegen zwei von drei Befragten, ihr Leben habe sich ziemlich oder erheblich verändert. Übertroffen wurden die USA in der Umfrage nur von Schweden und Südkorea, wo sich 71 beziehungsweise 81 Prozent entsprechend äußerten.

Für die Umfrage wurden nach Angaben von Pew Daten von repräsentativen Umfragen in 14 Ländern genutzt. Insgesamt wurden demnach vom 10. Juni bis zum 3. August 14 276 Erwachsene per Telefon befragt.

dpa

Ungarische Spitzenpolitiker in Quarantäne

13:54
27.08.2020
Das Coronavirus hat die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban im bisher vergleichsweise weniger belasteten Ungarn erreicht. Kanzleramtsminister Gergely Gulyas wurde wegen einer möglichen Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 unter häusliche Quarantäne gestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur MTI am Donnerstag berichtete. Ebenso erging es demnach Gulyas' Stellvertreter Balász Orban. Grund für die Maßnahme sei, dass beide an einem privaten Fest teilgenommen hätten, bei dem der nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Kommunikationschef der regierenden Partei Fidesz, Istvan Hollik, dabei war.

Hollik hatte nach Angaben des regierungskritischen Nachrichtenportals „24.hu“ erklärt, bei dem Fest habe es sich um eine Gartenparty unter freiem Himmel mit wenig Teilnehmern gehandelt. Wegen seiner Erkrankung war das für dieses Wochenende geplante Festival Tranzit im Plattensee-Ort Tihany abgesagt worden, bei dem der rechtsnationale Regierungschef Orban eine Rede halten wollte.

In Ungarn mit einer Bevölkerung von rund zehn Millionen lag die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag bei 91 binnen 24 Stunden. Das waren fast so viele wie am Höhepunkt der Pandemie vom 24. April, als in dem Land 99 neue Fälle gezählt wurden. An diesem Freitag will die Regierung in Budapest neue Corona-Vorsichtsmaßnahmen beschließen. Derzeit gilt Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen mit Ausnahme von Gaststätten, auch Abstände müssen eingehalten werden.

dpa