Letztes Update:
20210518122202

Vorläufige Labordaten: Impfstoffe dürften auch vor indischer Variante schützen

10:19
18.05.2021
Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen. Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler um Nathaniel Landau von der New York University überprüften im Labor, inwieweit Antikörper von Genesenen und Geimpften an mutierte Virusproteine binden. Dabei stellten sie fest, dass die Wirksamkeit der Antikörper bei B.1.617 und B.1.618 zwar etwas geringer ausfiel als beim ursprünglichen Erregertyp, gegen den die Impfstoffe entwickelt wurden. Die Forscher gehen aber von einem weitgehenden Schutzeffekt aus. Zu beachten ist, dass es sich um Laborexperimente handelt. Inwieweit die Impfung tatsächlich vor den indischen Varianten schützt, lässt sich daraus nicht mit Sicherheit ableiten.

Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Seite über die indische Variante B.1.617, die auch in Deutschland immer öfter nachgewiesen wird: „B.1.617 zeichnet sich durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, wobei erste laborexperimentelle Daten darauf hindeuten, dass die Impfstoffwirksamkeit nicht substanziell beeinträchtigt ist.“ Das RKI beobachtet einen wachsenden Anteil von B.1.617 in Deutschland, wenn auch noch auf sehr niedrigem Niveau. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrug zuletzt weniger als zwei Prozent.

Sarah Cames

Auch Ärzteverband in Tokio fordert Absage der Olympischen Spiele

09:16
18.05.2021
Der Ärzteverband in Tokio hat sich rund zwei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen für eine Absage des Sport-Spektakels ausgesprochen. In einem unter anderem an Japans Ministerpräsidenten Yoshihide Suga gerichteten Brief fordern die rund 6000 Mediziner die Verantwortlichen auf, das Internationale Olympische Komitee (IOC) davon zu überzeugen, dass die Ausrichtung der Spiele schwierig sei und sie abgesagt werden sollten. Trotz des inzwischen dritten Notstands für die Olympia-Stadt seien die Krankenhäuser nahezu ausgelastet und hätten keine Kapazitäten mehr.

„Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte“, heißt es in dem Brief an Suga, Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Organisationschefin Seiko Hashimoto. Der Ärzte-Verband reiht sich damit ein in eine wachsende Zahl von Stimmen, die eine Absage der Spiele fordern. Japan kämpft inzwischen gegen eine vierte Corona-Welle, obwohl die Regierung zum nun wiederholten Male den Notstand für Tokio und weitere Regionen verlängert hat. Er gilt vorläufig noch bis zum Ende dieses Monats.

Die Japaner klagen außerdem über ein extrem langsames Fortschreiten der Impfkampagne. Seit Mitte Februar wurde erst knapp ein Prozent der etwa 125 Millionen zählenden Bevölkerung vollständig geimpft.

Sarah Cames