Zur Eindämmung der hohen Corona-Fallzahlen hat in der Türkei ein landesweiter Lockdown begonnen.
Alle für den Grundbedarf nicht nötigen Geschäfte schlossen am Donnerstag um 19 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ). Die Menschen dürfen bis zum frühen Morgen des 17. Mai nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Straße. Dazu öffnen Supermärkte zu bestimmten Tageszeiten außer sonntags.
Von den Restriktionen nicht betroffen sind etwa der Bausektor und Betriebe, die für die Aufrechterhaltung von Produktion und Lieferketten wichtig sind.
Auch Touristen sind von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Es handelt sich um die strengste Maßnahme in der Türkei seit Beginn der Pandemie.
Zahlreiche Menschen verließen die Millionenmetropole Istanbul vor Beginn der Beschränkungen, um an die Küste oder aufs Land zu fahren. Folge waren lange Staus. Auch an Flughäfen und Busbahnhöfen herrschte reger Betrieb.
Das Land mit 84 Millionen Einwohnern kämpft seit Wochen mit hohen Corona-Zahlen.
Am Donnerstag lag die offizielle Zahl der Neuinfektionen bei rund 38.000 Fällen, vor zwei Wochen hatte das Gesundheitsministerium sogar noch mehr als 60.000 tägliche Neuinfektionen gemeldet. Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte April mussten bereits Cafés und Restaurants schließen und auf Lieferservice umstellen. Erdogan gab als Ziel aus, die Zahl der Neuinfektionen unter 5000 Fälle pro Tag zu drücken.
Sarah Cames