Das deutsche Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium. Das Geld für die Corona-Forschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge zusätzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verfügung.
In den vergangenen zehn Jahren hat das Ministerium sein Budget für die Gesundheitsforschung - zu dem die Biotechnologie zählt - stetig erhöht. Flossen 2010 noch knapp 1,9 Milliarden Euro in diesen Bereich, waren es 2019 fast 2,5 Milliarden Euro.
Auch der deutsche Biotech-Verband verzeichnet steigende Zahlen: 2020 warb die Branche drei Milliarden Euro Eigenkapital ein. Auch hier ging der Großteil - etwa die Hälfte - an Biontech und Curevac. Die Branche setzt auf einen positiven Effekt aus der Corona-Krise, insbesondere bei Finanzierungen. Corona habe deutlich gemacht, wie konkret jeder einzelne auf Medizinforschung angewiesen sei, sagt die Geschäftsführerin von Bio Deutschland, Viola Bronsema.
Die Branche fordert von der Politik in Deutschland mehr steuerliche Anreize für private Investitionen in Biotech-Unternehmen. Man drohe weltweit abgehängt zu werden, sagt Michael Motschmann, Gründer der MIG-Fonds in München. Das Unternehmen gehört zu den Hauptgeldgebern der Firma Biontech. „Wir müssen Innovationsfinanzierung stärker fordern und fördern.“