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Deutschland investiert 1,6 Milliarden Euro in Corona-Forschung

07:34
20.04.2021
Das deutsche Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium. Das Geld für die Corona-Forschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge zusätzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verfügung.

In den vergangenen zehn Jahren hat das Ministerium sein Budget für die Gesundheitsforschung - zu dem die Biotechnologie zählt - stetig erhöht. Flossen 2010 noch knapp 1,9 Milliarden Euro in diesen Bereich, waren es 2019 fast 2,5 Milliarden Euro.

Auch der deutsche Biotech-Verband verzeichnet steigende Zahlen: 2020 warb die Branche drei Milliarden Euro Eigenkapital ein. Auch hier ging der Großteil - etwa die Hälfte - an Biontech und Curevac. Die Branche setzt auf einen positiven Effekt aus der Corona-Krise, insbesondere bei Finanzierungen. Corona habe deutlich gemacht, wie konkret jeder einzelne auf Medizinforschung angewiesen sei, sagt die Geschäftsführerin von Bio Deutschland, Viola Bronsema.

Die Branche fordert von der Politik in Deutschland mehr steuerliche Anreize für private Investitionen in Biotech-Unternehmen. Man drohe weltweit abgehängt zu werden, sagt Michael Motschmann, Gründer der MIG-Fonds in München. Das Unternehmen gehört zu den Hauptgeldgebern der Firma Biontech. „Wir müssen Innovationsfinanzierung stärker fordern und fördern.“

Jeff Wiltzius

Mehr freie Intensivbetten in Rheinland-Pfalz als bei den Nachbarn

04:44
20.04.2021
Rheinland-Pfalz verfügt derzeit über deutlich mehr freie Betten auf den Intensivstationen als seine Nachbarn. Wie aus Daten des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, waren in dem Bundesland 24,5 Prozent der insgesamt 1201 gemeldeten Intensivbetten frei (Stand Montagmittag). In den benachbarten Bundesländern lag dieser Wert deutlich darunter: So waren in Hessen nur 13,5 Prozent der Betten auf den Intensivstationen nicht belegt, in Baden-Württemberg lag diese Quote bei 16,3, im Saarland bei 18,4 und in Nordrhein-Westfalen bei 14,0 Prozent.

Etwa jedes fünfte Intensivbett in Rheinland-Pfalz (21 Prozent) wurde den Angaben zufolge von einem Covid-19-Patienten belegt. Knapp die Hälfte dieser Menschen (44 Prozent) wurden invasiv beatmet.

Intensivmediziner warnen seit Tagen vor immer voller werdenden Intensivstationen in der Bundesrepublik. Deren Auslastung spielt auch in der Diskussion um die weiteren Corona-Maßnahmen eine Rolle. So hatte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, am Montag kritisiert: „Die reine Anknüpfung an Inzidenzen wird dem Pandemiegeschehen nach mehr als einem Jahr und den regional sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerecht.“ Sager forderte hingegen, die Belegung der Intensivbetten, die Reproduktionszahl und den Impffortschritt mit in die Betrachtung einzubeziehen. „Wenn ein Landkreis zwar eine hohe Inzidenz aufweist, aber gleichzeitig sehr viele freie Krankenhausbetten hat und die Impfungen gut voran gehen, muss man dies berücksichtigen können.“

Tom Rüdell