Letztes Update:
20201117163103

Contact Tracing ist überfordert

07:07
17.07.2020

Das analoge Contact Tracing ist mit 163 Neuinfektionen wie am am Donnerstag überfordert. Der Direktor der Gesundheitsverwaltung, Dr. Jean-Claude Schmit sagte dies am Freitagmorgen gegenüber Radio 100,7. Man stoße bereits mit 60 täglichen Neuinfektionen an die Grenzen, so der Mann. Trotz verstärkter Mannschaften sei eine intensive Rückverfolgung aller Kontakte nicht mehr machbar. Wohl rufe man die Infizierten noch an und könne so mögliche Cluster ausfindig machen, dennoch habe man Gespräche mit den Nachbarländern aufgenommen, um eventuell deren Systeme (Tracing-Apps) zu übernehmen.

Er riet deshalb den positiv Getesteten, Personen, mit denen sie in Kontakt waren selber zu kontaktieren und sie auf mögliche Infektionsrisiken aufmerksam zu macheen, so dass diese sich in Autoquarantäne begeben können.

Das Durschnittsalter der Infizierten läge aktuell zehn Jahre unter demjenigen der ersten Welle. Die Regierung komme wahrscheinlich nicht umhin, größere Menschenversammlungen erneut zu untersagen, so Schmit weiter.

Teddy Jaans

Über eine Million Fälle in Indien

06:35
17.07.2020
In Indien sind inzwischen mehr als eine Million Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Über 25 000 mit dem Virus infizierte Menschen seien gestorben, teilte das indische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Innerhalb von 24 Stunden seien zuletzt mehr als 30 000 Neuinfektionen hinzugekommen. Mehr Fälle gibt es nur in Brasilien mit offiziell mehr als 2 Millionen und in den USA mit 3,5 Millionen Infizierten.

Indien hatte zunächst gehofft, die Pandemie mit einer strikten Ausgangssperre in den Griff zu kriegen. Doch als Dutzende Millionen Menschen deshalb ihren Job verloren hatten und fürchteten zu verhungern - und zudem noch die Fallzahlen im oft dicht besiedelten Land trotzdem weiter deutlich stiegen, änderte die Regierung ihre Strategie.

Teddy Jaans

Alain Schmit: "Koordinierung extrem wichtig"

06:32
17.07.2020

Für den Präsidenten der Ärztevereinigung AMMD, Alain Schmit,  ist eine effiziente Koordinierung der Gesundheitsakteure derzeit sehr wichtig. Corona fordere ein schnelles Handeln und eine Abstimmung zwischen politischen Verantwortungsträgern, Beamten und den Akteuren des Gesundheitswesen, so der Mediziner, der Luxemburg - wie auch die Gesundheitsministerin - in einer Zweiten Welle sieht.

Einen solch rasanten Anstieg der Infektionszahlen habe man nicht erwartet, nun gelte es, Fakten zu analysieren, wolle man Fehler der Vergangenheit erkennen und richtig reagieren. Vorerst sei Sensibilisierung extrem wichtig, so Schmit, der sich angesichts vieler sehr besorgter Patienten in den Praxen über die scheinbare Unvorsicht der Menschen  im allgemeinen wundert. 

Für Schmit sei eine gesonderte Behandlung der Covid-19-Patienten der richtige Weg, nur so könne man die reibungslose "Prise en charge" der anderen Krankheitsfälle bestmöglich gewährleisten. Schmit war am Freitagmorgen zu Gast bei RTL.

Teddy Jaans