Letztes Update:
20210330125733

Berlin setzt Impfungen mit AstraZeneca bei Frauen unter 60 aus

12:40
30.03.2021
Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca für Frauen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat 31 Fälle von Sinusvenenthrombosen nach AstraZeneca-Impfung registriert. In 19 Fällen sei zusätzlich ein Mangel an Blutplättchen gemeldet worden. Neun Betroffene sind gestorben. Mit Ausnahme von zwei Fällen beträfen alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren demnach 36 und 57 Jahre alt.

Jeff Wiltzius

Frankreich: "Triage ist rote Linie"

12:58
30.03.2021
Für Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sind Triage-Entscheidungen in den wegen der Corona-Pandemie überlasteten Krankenhäusern eine „absolute rote Linie“. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. „Wir wollen sicher nicht an einen Punkt kommen, an dem das Krankenhauspersonal gezwungen ist, die Kranken auszusortieren“, sagte Le Maire am Dienstag dem Radiosender RCJ.

Vor allem die Krankenhäuser im Großraum Paris haben zuletzt massiv Alarm geschlagen, weil die Intensivstationen überfüllt sind. Bertrand Guidet, Leiter der Intensivstation des Krankenhauses Saint-Antoine, warnte im Sender France Inter davor, dass die Kliniken den Ansturm Mitte April nicht mehr bewältigen könnten, wenn es so weiter ginge wie bisher. „Wir als Profis, als Wiederbelebungshelfer, wollen die Verantwortung für solche Extremsituationen nicht allein übernehmen.“

Die Ärztinnen und Ärzte betonen auch immer wieder, dass bereits Erkrankte aussortiert würden. Das liege daran, dass Eingriffe verschoben werden, um die Intensivstationen nicht weiter zu überlasten. In ganz Frankreich hatte mit 4974 die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen am Montag den Höhepunkt der Belegung während der zweiten Welle im Herbst übertroffen. Im Frühjahr 2020 war die Zahl aber noch einmal deutlich höher und lag bei mehr 7000.

In Frankreich herrschte Unklarheit darüber, ob Präsident Emmanuel Macron noch vor Ostern strengere Maßnahmen verkündet. Aktuell sind in weiten Teilen des Landes zahlreiche Geschäfte geschlossen und es gelten Bewegungseinschränkungen. Landesweit gilt eine strikte abendliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner lag in Frankreich zuletzt bei rund 371.

Tom Rüdell