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Foto: Pierre Matgé

Kardinal Hollerich: Geringe Ansteckungsgefahr in Gottesdiensten

10:56
30.03.2021
Der Vorsitzende der EU-Bischofskonferenzen, Kardinal Jean-Claude Hollerich, hält Gottesdienste unter Auflagen für Corona-sicher. "Es gibt hier Handlungsabläufe, die in der Messe festgelegt sind, und da, glaube ich, ist es sehr schwer, sich anzustecken", sagte Hollerich, der auch Erzbischof von Luxemburg ist, dem Kölner Online-Portal domradio.de am Montag. "Wenn man dann sozusagen die Religionsfreiheit auf dem Altar opfert, um andere Gruppen zu beschwichtigen, wird es etwas gefährlicher und das geht nicht."

Seiner Meinung nach steht die Religionsfreiheit über der Kultur. Religion trage mehr zur Lösung als zum Problem bei. "Es gibt viele Leute, die verzweifelt sind", so Hollerich. "Da ist Religion etwas Sinngebendes, gerade jetzt in der Karwoche vor Ostern." Er glaube jedoch auch, dass im Kulturbereich Öffnungen möglich wären - sofern es strikte Hygienemaßnahmen gebe. "Das würde auch den Menschen gut tun."

Sicherlich sei Rücksicht zu nehmen, räumte der Erzbischof ein. "Aber wir müssen uns wehren, wenn auf längere Zeit kein Gottesdienst möglich ist." Staaten und Religionsgemeinschaften sollten hierüber diskutieren und gemeinsam entscheiden. Strike Teilnehmerzahlen pro Gottesdienst unabhängig von der Größe einer Kirche zum Beispiel nannte Hollerich "eine Einmischung des Staates, die nicht rechtens ist". Anfang des Jahres war der Kardinal selbst an Covid-19 erkrankt.

Tom Rüdell

Foto: DPA