Letztes Update:
20210323122721

Jean-Claude Schmit ergreift das Wort

11:18
23.03.2021
Viele Menschen in diesen Einrichtungen zeigen bereits vor der Corona-Erkrankung andere Pathologien, die die mit dem Corona-Virus einer größeren Gefahr aussetzten, so Santé Direktor Jean-Claude Schmit. Die Vorkommnisse in Niederkorn seien national und international allerdings kein außergewöhnliches Vorkommnis. Einige der Erkrankten hatten bereits eine Corona-Infektion überstanden - der Immunschutz halte aber gerade bei älteren Patienten nicht so lange an. Ein Impfstoff bietet viel besseren Schutz, so der Generaldirektor der Santé.

Gerüchte, die Infektionsfälle seien durch die Impfungen ausgelöst worden, verwarf Schmit vehement. Eine Impfung könne keine Infektion hervorrufen, und das Virus sei bereits vor der ersten Impfung in der Niederkorner Einrichtung zirkuliert.

Bei den Infektionen habe es sich nicht um eine der gefährlicheren Virusmutationen gehandelt. Die Variante B1.1.29 sei in diesem Cluster überwiegend vertreten gewesen. Weitere Sequenzierungen laufen derzeit noch. 

Sarah Cames

Raoul Vinandy klärt über Testverfahren in Niederkorn auf

11:03
23.03.2021
Am 4. Februar seien noch alle Bewohner negativ auf das Virus getestet worden - den ersten positiven Test gab es zwei Wochen später am 17. Februar. Am Folgetag hat die Impfkampagne am Altenheim in Niederkorn begonnen, so Raul Vinandy, operativer Direktor von Servior. 143 Bewohner wurden geimpft - drei konnten an der Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, fünf weitere wollten keine Impfung. Am 18. Februar wurden gleichzeitig auch 80 Mitarbeiter geimpft.

Die Kontaktpersonen der infizierten Einwohner wurden in Quarantäne gesetzt und alle Gruppenaktivitäten - darunter auch das gemeinsame Essen - wurden ausgesetzt. Bei einer anschließenden Testung wurden 35 Bewohner positiv getestet. Auch 18 Mitarbeiter waren betroffen. Daraufhin wurden die Maßnahmen weiter verschärft. Das Haus wurde faktisch in Quarantäne gesetzt - Besuche waren nicht mehr erlaubt. Ein weiterer Corona-Test zeigte erneut 31 Fälle unter den Bewohnern und elf Fälle unter den Mitarbeitern auf.

Am 9. März wurden noch einmal neun Bewohner und ein Mitarbeiter positiv getestet. Am 18. März wurden über hundert Bewohner und rund 20 Mitarbeiter zum zweiten Mal geimpft. Insgesamt waren bis zu dem Zeitpunkt 22 Bewohner mit dem Virus gestorben. Zwei weitere starben ohne Infektionsfall an anderen Ursachen. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 88 Jahren.

Sarah Cames

Foto: SIP / Jean-Christophe Verhaegen Raoul Vinandy von Servior.