Letztes Update:
20210310055506

Chile überholt Israel als am schnellsten gegen Corona impfendes Land

20:08
09.03.2021
Chile ist das Land mit den weltweit meisten gegen das Coronavirus geimpften Menschen pro 100 Einwohnern und hat Israel damit überholt. „Heute haben wir einen neuen Grund, stolz zu sein: Chile hat den ersten Platz im weltweiten Ranking der verabreichten Dosen pro 100 Einwohnern eingenommen“, schrieb die Regierung des südamerikanischen Landes am Dienstag auf Twitter, nachdem die Daten des Statistikportals „Our World in Data“ bekanntgeworden waren. Demnach hat Chile im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage 1,08 Dosen am Tag pro 100 Einwohnern geimpft, Israel 1,03.

Insgesamt hat das 18-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn seiner Impfkampagne im Dezember 4 176 094 Millionen Menschen mindestens eine Impfstoff-Dosis verabreicht. Das entspricht mehr als 21 Prozent der Bevölkerung. Am Montag registrierte Chile einen Tagesrekord mit 319 014 Geimpften, wie die Zeitung „La Tercera“ berichtete.

Chile hatte zusammen mit Mexiko und Costa Rica zu den Ländern in Lateinamerika gehört, die als erste mit der Impfung der Bevölkerung begannen und hatte frühzeitig wegen des Erwerbs von Impfstoffen verhandelt. So gelang es, 35 Millionen Dosen zu garantieren, von denen 10 Millionen bereits eingetroffen sind. Die meisten stammen von dem chinesischen Unternehmen Sinovac.

Trotz der vergleichsweise erfolgreichen Impfkampagne verzeichnet das Land hohe Infektionszahlen - zuletzt mehr als täglich 5000 neue Infizierte - und das an mehreren Tagen hintereinander. Insgesamt 864 064 Menschen in Chile haben sich nach den jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 21 182 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Jeff Wiltzius

Immer mehr Engpässe bei Impfstoff-Bestandteilen

19:28
09.03.2021
Der beispiellose Bedarf und die Produktion der Corona-Impfstoffe bringt die Industrie an ihre Kapazitätsgrenzen. „Impfstoffhersteller und Zulieferer berichten zunehmend über Engpässe bei Roh- und Verpackungsmaterial und Ausrüstung“, berichtete die Denkfabrik Chatham House am Dienstag in Genf. Sie hatte ein Treffen mit Vertreter der Industrie, von Verbänden und der UN-Impfinitiative Covax organisiert, um Lösungen zu suchen. In einem Strategiepapier, das bei dem Treffen diskutiert wurde, heißt es, größere Produktionsmengen seien durch Effizienzsteigerungen in den bestehenden Fabriken, dem Umbau bestehender Fabriken für die Herstellung der neuen Stoffe und den Bau neuer Fabriken nötig.

Die Beratungen sind heikel. Pharmafirmen stehen unter Druck, die Patente der von ihnen entwickelten Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. Damit sollen mehr Firmen in aller Welt in die Lage versetzt werden, die Impfstoffe zu produzieren. Südafrika und Indien sind Vorreiter dieser Forderung in der Welthandelsorganisation (WTO).

Die Länder mit ansässigen Pharmafirmen lehnen das ab, ebenso die Pharmaindustrie. Sie argumentiert, dass die Produktionsprozesse hoch komplex seien und sie mit allen Herstellern, die zur Produktion in der Lage seien, schon Lizenzverträge geschlossen hätten. Dahinter steckt auch Sorge, dass der Ruf einer Firma irreparablen Schaden nehmen könnte, wenn ein Hersteller im Produktionsprozess Fehler macht und der Impfstoff nicht wirkt oder schwere Nebenwirkungen hervorruft.

Jeff Wiltzius