Der Verfassungsschutz in Österreich ermittelt gegen ein deutsches AfD-Mitglied, das vor der KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine Covid-Impfung mit dem Einsatz des tödlichen Giftgases Zyklon B verglichen haben soll. „Derartiges in einer Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust zu tun, ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“, sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag. Der bayerische Landesverband der AfD teilte mit, dass das Parteimitglied ausgeschlossen werde. Das habe der Landesvorstand beschlossen.
Es handelt sich dabei um den rechtsextremen Aktivisten Stefan Bauer, szenebekannt durch seine Aktivitäten im Internet, wo er Videos mit rechten Thesen und Verschwörungstheorien publiziert. Das betreffende Video wurde auf dem Netzwerk Periscope hochgeladen, es ist dort noch einsehbar.
In Mauthausen und seinen 49 Außenlagern waren zwischen 1938 bis 1945 etwa 200.000 Gefangene schlimmsten Qualen und Erniedrigungen ausgesetzt. Rund 100.000 Menschen starben. Das Ziel der Nazis war die Vernichtung der Insassen durch Arbeit speziell in den Steinbrüchen des Lagers.
Das Mauthausen-Komitee sah in dem im Außenbereich der Gedenkstätte aufgenommenen Video eine völlig inakzeptable Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus.