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Großer Andrang bei Impfaktion in Bulgarien

17:42
21.02.2021
Bulgarien hat bei großem Andrang von Impfwilligen einen Durchbruch bei der Corona-Impfaktion geschafft. „An diesem Wochenende gingen wir zur Massenimpfung über“, sagte am Sonntag der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Corona-Stabs, Angel Kuntschew. In dem Balkanland wurden nach einer Anordnung von Regierungschef Boiko Borissow vom Freitag jetzt auch sogenannte Grüne Korridore für Impfwillige eröffnet, die nicht vom Impfplan der Regierung erfasst werden oder erst viel später dran gewesen wären.

Lange Warteschlangen von Menschen bildeten sich am Samstag und auch am Sonntag vor den 318 teils neu eingerichteten Impfstationen in der Hauptstadt Sofia und in anderen größeren Städten. „Das Interesse an Impfungen gegen Covid-19 ist enorm“, freute sich Gesundheitsminister Kostadin Angelow. Er stellte die Eröffnung von rund um die Uhr geöffneten Impfstellen sowie mobilen Impfteams in Aussicht.

Überall würden jetzt Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca verabreicht, erläuterte Angelow. In dem EU-Land erhalten nach einer Entscheidung seines Corona-Stabs auch Menschen über 55 Jahren diesen Impfstoff. Erst zu einem späteren Zeitpunkt würden sich die Menschen für einen der anderen in der EU zugelassenen Impfstoffen entscheiden können.

Die am 27. Dezember begonnene Impfaktion war in der vergangenen Woche ins Stocken geraten. Der Fünf-Phasen-Impfplan wurde nicht korrekt eingehalten. Daneben kursieren in Bulgarien viele Vorurteile zu den Impfstoffen sowie Verschwörungstheorien. Umfragen zufolge will sich nur etwa die Hälfte der Bulgaren impfen lassen.

Bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen wurden bis Sonntag früh insgesamt rund 108.356 Impfdosen verabreicht.

LW-Springer

Astrazeneca sorgt mit weniger Lieferungen in Italien für Ärger

16:42
21.02.2021
Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat weniger Corona-Impfdosen als vorgesehen nach Italien geliefert und damit Unmut der Politik auf sich gezogen. Die Situation sei „inakzeptabel“, sagte der Präsident der wirtschaftsstarken Region Lombardei, Attilio Fontana, am Sonntag im Fernsehen. Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi solle sich in Europa mehr Gehör verschaffen, um die Impfkampagne zu sichern.

Der Konzern hatte bereits im Januar angekündigt, im ersten Quartal des Jahres weniger Impfdosen nach Italien zu liefern als geplant und geriet damals schon in die Kritik. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Samstagabend hervorgeht, will Astrazeneca nun bis Ende März 4,2 Millionen Dosen liefern. Die Regierung hatte mit acht Millionen Dosen für die ersten drei Monate gerechnet.

Mit einer Lieferung am Freitag bekam Italien nach Angaben des Unternehmens sieben Prozent weniger Ampullen als erwartet. Die zuständige Behörde berichtete nach Informationen der Tageszeitung „La Repubblica“, dass die Lieferung 506.000 statt 566.000 Dosen betrug. Das wären sogar über 10 Prozent weniger.

Der Konzern schrieb zur Erläuterung, die Herstellungsprozesse für den Impfstoff seien komplex. Eine Vielzahl von Produktionsfaktoren und Qualitätstests könne bei jeder Lieferung Menge und genauen Termin beeinflussen. In der Vorwoche sei beispielsweise etwas mehr nach Italien geliefert worden als geplant.

LW-Springer