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Virologe Claude Müller: Todesfälle bei Altenheimausbruch hätten verhindert werden können

12:31
20.02.2021
Im Altenheim "Ste. Elisabeth am Park" in der Hauptstadt kamen im Januar nach einem größeren Corona-Ausbruch acht Menschen ums Leben. 41 Bewohner und 40 Mitarbeiter hatten sich das Virus eingefangen. Eine Sprecherin des Altenheims erklärte beim Bekanntwerden des Ausbruchs, es habe einen Impftermin für die Einrichtung gegeben, der wegen der positiven Fälle dann aber von der Santé verlegt worden sei.

Im RTL-Interview erklärte der Virologe Claude Müller von Luxembourg Institute of Health am Samstagnachmittag, dies sei seiner Ansicht nach die falsche Entscheidung gewesen. Seien nach dem ersten Fall gleich alle geimpft worden, wären "diese acht Leute mit Sicherheit nicht gestorben", so Müller. Die Ansteckungskette hätte unterbrochen werden können - zumindest seien die Infektionen weniger schwerwiegend verlaufen. Der Direktor der Santé, Jean-Claude Schmit, der ebenfalls an dem Interview beteiligt war, bezeichnete Müllers Argumente als "nicht falsch", auch wenn ihm diese Überlegungen ihm zu spekulativ seien. 

Beide Experten konnten sich aber darauf einigen, dass neben Impfungen auch frei verfügbare Schnelltests einen wichtigen Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Krise darstellen. Trotz strenger Maßnahmen ist die Infektionslage in Luxemburg derzeit lediglich stabil, aber nicht signifikant rückläufig. Da es bei Reduzierung der Kontakte derzeit nicht mehr viel Handlungsspielraum gebe, könnten durch FFP2-Masken und regelmäßige Schnelltests für Zuhause weitere Infektionen effektiv verhindert werden.

Der größte Vorteil käme durch Spuckteste, die nicht unbedingt von medizinischem Personal durchgeführt werden müssen, so Schmit. Zwar seien sie weniger verlässlich als klassische Antigen-Tests, aber dafür könne man sie zu Hause machen, etwa vor dem Einkauf oder einem Restaurantbesuch. Diese Tests könnte es vielleicht irgendwann im Supermarkt zu kaufen geben. Derzeit kosten diese Tests rund sieben Euro. In Zukunft sollen sie aber günstiger werden. Müller fügte hinzu, es sei gegen die Verbreitung des Virus besser, regelmäßig einen unzuverlässigeren Test zu machen, als alle paar Wochen oder Monate einen zuverlässigen, teureren PCR-Test. Immerhin stellen Tests immer nur eine Momentaufnahme dar. 

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Sarah Cames

Neues Gesetz für Ausgangssperre in Niederlanden

10:04
20.02.2021
In den Niederlanden hat die Ausgangssperre als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie eine neue gesetzliche Grundlage. Die Erste Kammer des Parlaments stimmte dem Gesetz am späten Freitagabend in Den Haag mit großer Mehrheit zu. Das neue Gesetz war notwendig geworden, nachdem ein Verwaltungsgericht die Ausgangssperre gekippt hatte. Am Vortag hatte bereits die Zweite Kammer des Parlaments der neuen Reglung zugestimmt. Das Gesetz sollte bereits an diesem Wochenende in Kraft treten. Damit ist die Aufrechterhaltung der Sperrstunde gesichert.

Die Ausgangssperre, die bereits seit Mitte Januar gilt und bis zum 2. März verlängert wurde, war am Dienstag überraschend zum akuten Problem für die Regierung geworden. Ein Verwaltungsgericht hatte sie für unrechtmäßig erklärt und damit einer Klage der Corona-Protestgruppe „Viruswahrheit“ recht gegeben. Die Regierung hatte sich auf ein Gesetz für Notlagen berufen. Doch nach Ansicht des Gerichts gab es keine akute Notlage - wie etwa einen Deichdurchbruch, bei dem sofort gehandelt werden müsse. Die Maßnahme bedeute auch einen schweren Eingriff in das persönliche Leben der Bürger.

Die Regierung legte Berufung gegen das Urteil ein. Darüber soll am 26. Februar entschieden werden. Doch das Urteil ist nun irrelevant, da es eine neue gesetzliche Grundlage gibt.

Sarah Cames