Österreich will dem Corona-Hochrisikoland Portugal zehn Patienten aus überlasteten Kliniken abnehmen. Das Angebot gelte für fünf Covid-19-Patienten und fünf Menschen mit schweren Erkrankungen oder bevorstehenden Operationen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag mit. Es sei ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu agieren. „So wie wir bereits bisher Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen haben, wollen wir nun Portugal in dieser schwierigen Situation helfen“, sagte Kurz.
Diese Unterstützung könne „in einer Zeit, in der Portugal immer noch einem hohen Druck auf die Krankenhäuser ausgesetzt ist, von grundlegender Bedeutung sein“, teilte das portugiesische Gesundheitsministerium mit. Das Hilfsangebot aus Wien sei an die Behörde, die die Verteilung der Covid-Intensivpatienten in Portugal organisiert, zur Prüfung weitergeleitet worden. Man habe verschiedene Hilfsangebote erhalten, die alle überprüft würden.
Bisher hatte Gesundheitsministerin Marta Temido versichert, eine Entsendung von Covid-19- oder anderen Patienten ins Ausland werde vorerst nicht erwogen. Auch Ärzte sagen, es gebe innerhalb Portugals Regionen mit weniger ausgelasteten Kliniken, in die man Patienten aus den inländischen Hotspots schicken könne. Mehr als 900 Covid-Kranke wurden zuletzt auf Intensivstationen behandelt. Im staatlichen System hat Portugal nach eigenen Angaben 1250 bis 1300 Intensivbetten, die aber auch für andere Fälle benötigt werden.
Auch Luxemburg hilft mit: Das Großgherzogtum schickt demnächst medizinisches Personal und Ausrüstung nach Portugal, um vor Ort aushelfen zu können. Portugal ist besonders stark von der als höher ansteckend geltenden Virusvariante betroffen, die zuerst in Großbritannien aufgefallen war.