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Dramatische Corona-Lage in Portugal

09:16
23.01.2021
Portugal kam lange vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie. Seit Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Nach Angaben der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 1.215 Menschen je 100.000 Einwohner an – fast vier Mal so viele wie in Luxemburg. Schlechtere Zahlen haben in der EU nur Irland und Tschechien. Deutschland stuft Portugal daher seit Freitag als "Hochrisikogebiet" ein.

Seit einer Woche gilt in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern ein harter Lockdown. Am Freitag wurden auch noch Kitas, Schulen und Universitäten für zwei Wochen geschlossen. Mitten in der Krise sind die Portugiesen morgen, Sonntag, zur Wahl eines Präsidenten für die kommenden fünf Jahre aufgerufen. 

Jörg Tschürtz

Experten verwundert über Johnson-Aussagen

09:10
23.01.2021
Britische Experten haben sich verwundert gezeigt über die Aussagen von Premierminister Boris Johnson zu einer womöglich höheren Sterblichkeit bei der in Großbritannien nachgewiesenen Virus-Variante. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen. Es sei „nicht vollständig klar“, dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle, am Samstag dem Sender BBC Radio 4. „Es ist zu früh, das zu sagen.“ Es gebe zwar Hinweise. Aber: „Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird“, sagte Doyle.

Der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. „Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen.“ Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1000 Patienten. „Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge“, sagte Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. „Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind“, sagte Tildesley.

Jörg Tschürtz