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Saarland: Nur jede dritte Infektion erkannt

18:43
21.01.2021
In der ersten Welle der Pandemie ist im Saarland nur jede dritte Infektion mit dem Coronavirus entdeckt worden. Das hat eine repräsentative Antikörperstudie herausgefunden, wie die Direktorin des Virologischen Instituts am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS), Sigrun Smola, am Donnerstag in Homburg mitteilte. Bei der Studie war das Blut von knapp 3000 Teilnehmern auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersucht worden.

Die Infektionsrate habe bis Oktober 2020 im Saarland demnach bei rund einem Prozent gelegen. Das heiße, dass zu jenem Zeitpunkt statistisch einer von 100 erwachsenen Saarländern eine Sars-CoV-2-Infektion überwunden hatte oder eine fortgeschrittene Infektion aufwies, bei der der Organismus bereits Antikörper gebildet hatte, sagte Smola.

Die Rate der offiziell nachgewiesen Corona-Infektionen im Saarland habe im Oktober 2020 aber bei 0,37 Prozent gelegen. „Das heißt, dass im Schnitt auf jede positiv getestete Person fast zwei weitere Menschen kamen, bei denen die überwundene oder fortgeschrittene Sars-CoV-2-Infektion nicht entdeckt wurde“, sagte sie. Und im Umkehrschluss: „Nur rund jede dritte Infektion mit Sars-CoV-2 wurde durch eine PCR-Untersuchung entdeckt.“

Die Studie ging auf eine Initiative des Saar-Gesundheitsministeriums und des Instituts für Virologie am UKS in Homburg zurück. Das Saarland sei das erste und bis heute das einzige Bundesland gewesen, in dem eine flächendeckende Coronavirus-Antikörper-Prävalenz-Studie gestartet wurde. Sie habe das Ziel verfolgt, repräsentative Ergebnisse auf Landesebene, aber auch eine Einschätzung für die bundesweite Situation zu liefern.

Tom Rüdell

England verschärft Strafen drastisch

18:38
21.01.2021
Die britische Regierung vervierfacht die Strafen für Corona-Verstöße in England. Künftig sollen 800 Pfund (gut 900 Euro) statt 200 fällig werden, wenn Menschen trotz Verbots Partys besuchen, wie Innenministerin Priti Patel am Donnerstag ankündigte. „Diese schweren Verstöße kosten Leben“, sagte Patel. Die Strafe verdoppele sich bei jedem weiteren Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von 6400 Pfund.

Der ranghohe Polizist Martin Hewitt betonte, Partys seien „gefährlich, unverantwortlich und völlig inakzeptabel“. Die Polizei werde nicht ihre Zeit damit verschwenden, mit Menschen darüber zu argumentieren. Solche Leute gefährdeten die Leben anderer, sagte Hewitt. Als Beispiele nannte er eine Feier auf der Londoner Szenenmeile Brick Lane mit 40 Menschen, die sich feindselig gegenüber der Polizei verhalten hätten, sowie eine Party mit 150 Menschen in der Grafschaft Hertfordshire.

In England sind Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte weitestgehend verboten.

Tom Rüdell