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Verbesserungen der Luftqualität bei Lockdown weniger groß als gedacht

06:14
15.01.2021
Die Luftverschmutzung in Städten ist während der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2020 weniger stark zurückgegangen als angenommen. Einer neuen Analyse zufolge wirkten sich das Wetter und die üblichen Veränderungen beim Übergang vom Winter auf den Frühling deutlich auf die Werte von Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub (PM2,5) aus. Das Team um Zongbo Shi von der University of Birmingham (Großbritannien) veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachmagazin „Science Advances“.

„Wetteränderungen können Änderungen der Emissionen im Hinblick auf die Luftqualität überlagern“, sagte Shi. Die Forscher nutzten sogenanntes maschinelles Lernen: Das Computermodell lernte anhand älterer Messdaten die durch das Wetter verursachten Effekte herauszurechnen. Dies wandten sie dann auf Messreihen jeweils vor und nach Beginn eines Lockdowns in elf Städten an. Das Team verglich daher nicht die Daten von 2020 mit den Vorjahreszeiträumen, sondern die Werte vor dem Lockdown mit denen währenddessen. Die Städte lagen in Asien, Europa und Nordamerika. Des Weiteren rechneten die Forscher den Einfluss der saisonalen Veränderungen heraus.

So war berichtet worden, dass der NO2-Wert in Wuhan (China) während des Lockdowns um 93 Prozent gesunken sei. Unter Berücksichtigung des Wetters beträgt der Rückgang nur noch 43,9 Prozent und unter Berücksichtigung der saisonalen Veränderungen nur noch 33,9 Prozent. In Berlin war ein Rückgang des NO2-Werts um 28,1 Prozent gemessen worden. Den Wettereinfluss herausgerechnet, sank der Wert um 25,4 Prozent, nach Berücksichtigung der saisonalen Veränderungen nur um 11,3 Prozent.

Andererseits fällt nach den neuen Berechnungen der Anstieg der Ozonwerte im Lockdown nicht mehr so hoch aus wie bisher angegeben. Weil Reaktionen mit NO2 für einen Abbau von Ozon sorgen, führen generell geringere NO2-Werte zu höheren Ozonwerten. Bei den Daten zum Feinstaub (PM2,5) fanden die Forscher keinen klaren Trend, sondern deutliche Unterschiede von Stadt zu Stadt. 

Teddy Jaans

Vor Lockdown-Beginn: Portugal meldet Rekordzahl an Neuinifizierten

20:05
14.01.2021
Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10.698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit 10.556 erreicht worden. 148 Menschen starben innerhalb eines Tages mit Covid-19 - acht weniger als beim Höchstwert vom Mittwoch.

Der neue Lockdown ab Freitag ähnelt dem vom Frühjahr 2020. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen. „Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben“, sagte Ministerpräsident António Costa.

Homeoffice ist ab Freitag in Portugal überall dort, wo möglich, obligatorisch. Gaststätten und Geschäfte - außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf - müssen schließen. Präsenzunterricht, Profifußball und Gottesdienste werden unterdessen - anders als im vergangenen Frühjahr - diesmal nicht verboten.

Immer besorgniserregender wird die Lage in den Krankenhäusern. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-Patienten stieg am Donnerstag um 15 und übertraf damit den Angaben zufolge mit insgesamt 611 erstmals seit Ausbruch der Pandemie die 600er-Marke.

Jeff Wiltzius