Portugal hat so viele Corona-Tote an einem Tag wie noch nie seit Beginn der Pandemie gemeldet.
Binnen 24 Stunden seien 155 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag in Lissabon mit. Damit wurde die am Vortag registrierte Höchstmarke (122) um 27 Prozent übertroffen. Die Gesamtzahl kletterte auf 8.080 Todesopfer. Innerhalb eines Tages seien zudem 7.259 Infektionen gezählt worden, hieß es. Insgesamt gab es damit in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern bereits fast eine halbe Million Ansteckungen (496 552) mit dem Virus Sars-CoV-2.
Am Mittwoch will die Regierung von Ministerpräsident António Costa nach einer Kabinettssitzung eine neue Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekanntgeben.
Im Rahmen eines Ausnahmezustands herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals bereits strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.
Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer relativ gut durch die Pandemie gekommen.
Im Herbst wurde die Lage aber plötzlich immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 517 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz bei 319.
Jeff Wiltzius