Die Knappheit bei Corona-Impfstoffen dürfte nach Einschätzung der EU-Kommission in wenigen Wochen nachlassen.
„Im zweiten Quartal werden wir alle Impfstoffe bekommen, die wir haben wollen“, sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin Sandra Gallina am Dienstag in einer Anhörung des Europaparlaments. Die Liefermenge werde von April an deutlich zunehmen.
Gallina, Chefunterhändlerin der EU-Kommission mit den Pharmafirmen,
wies die Kritik zurück, die Kommission habe zu wenig Impfstoffe bestellt. „Wir haben so viel Impfstoff gekauft, wie angeboten wurden“, sagte sie. Dabei hätten auch die Kriterien Preis und Lieferdatum eine Rolle gespielt.
Es hätte wenig genützt, viel zu bestellen und dies erst zu einem späten Zeitpunkt zu bekommen. Zur Kritik an den bestellten Mengen einzelner Hersteller sagte sie: „Ich bin nicht sicher, warum diese Debatte geführt wird.“
Gallina stellte klar, dass nationale Alleingänge bei der Beschaffung zusätzlicher Impfstoffdosen gegen die gemeinsame Impfstoffstrategie der EU verstoßen.
„Parallele Verträge sind nicht möglich“, sagte sie. Gemeint ist offenbar auch Deutschland, das einzeln zusätzliche Impfstoffdosen des Mainzer Herstellers Biontech bestellt hatte.
Sarah Cames