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Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Die Corona-Zahlen sind noch viel zu hoch."

Deutschland: Lockdown könnte verlängert werden

14:36
03.01.2021
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine Verlängerung des Lockdowns um weitere drei Wochen und eine längere Schließung von Schulen und Kitas. Die aktuellen Maßnahmen in Deutschland sind bis 10. Januar befristet. 

"Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen", sagte er "Bild am Sonntag" vor der Bund-Länder-Runde am Dienstag. Es dürfe "keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben", denn es wäre aus seiner Sicht "angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken", so Söder weiter.

Es habe sich gezeigt, dass sich das Virus auch in den Schulen verbreite: "Gerade nach den Ferien ist die Gefahr am höchsten. Viele haben das in Deutschland lange unterschätzt."  

Zum Lockdown erklärte der CSU-Politiker weiter, das Beispiel Österreich zeige, "dass das Modell Auf-zu-auf-zu nicht funktioniert. Wir brauchen in Deutschland eine klare Linie. Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch." Dabei seien die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar. Diese könne man erst Mitte Januar genau beurteilen: "Zudem bereiten mir auch viele Urlauber aus Risikogebieten und Familienheimkehrer Sorge." 

Ähnlich wie Söder äußerte sich auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, Malu Dreyer (SPD). Die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester auf die Neuinfektionen würden frühestens in einer Woche sichtbar werden, sagte die Regierungschefin am Sonntag in Mainz: „Wir können daher noch keine Lockerungen vornehmen, aber wir arbeiten weiter daran, wie wir das öffentliche Leben wieder hochfahren können.“  

Ziel der Landesregierung ist laut Dreyer, Planungssicherheit für Familien und Sicherheit für Erzieher zu schaffen. Deswegen könne sich das Kita-Personal bis zum 18. Januar einmal anlasslos auf eine Corona-Infektion testen lassen. Zudem seien künftig Tests möglich, wenn die Erzieher bei einem Ausbruch als Kontaktperson mit geringerem Infektionsrisiko eingestuft würden. „Das wird auch für Lehrkräfte gelten, wenn der Präsenzunterricht wieder beginnt“, sagte die Ministerpräsidentin.

Wie es längerfristig mit Kitas und Schulen weitergeht, ist unklar. Dreyer verwies darauf, dass die Landesregierung bereits vor Weihnachten festgelegt habe, dass es bis zum 15. Januar Fernunterricht geben wird. Abiturprüfungen fänden in Rheinland-Pfalz statt. Die Kitas blieben offen für die, die sonst keine Betreuung hätten.  

Jörg Tschürtz