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Schwedens Regierung empfiehlt erstmals Mundschutz

19:49
18.12.2020
Weil die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus weiter steigt, hat die schwedische Regierung am Freitag strengere Regeln angekündigt. In den Restaurants dürfen ab Heiligabend nur maximal vier Personen an einem Tisch sitzen und nach 20 Uhr darf kein Alkohol ausgeschenkt werden.

Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie forderte Ministerpräsident Stefan Löfven die Schweden auf, in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mundschutz zu tragen. Das Nichtbefolgen werde aber nicht unter Strafe gestellt. Johan Carlson von der Gesundheitsbehörde warnte: „Ein Mundschutz sollte niemals als Ersatz oder Alternative zur Distanzierung angesehen werden.“ Löfven forderte die Schweden auf, ihre sozialen Kontakte zu begrenzen und möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Ein Lockdown kommt für die schwedische Regierung weiter nicht in Frage. Der würde von der Gesellschaft nicht akzeptiert, sagte Löfven.

Schweden hatte lange auf Empfehlungen vertraut und damit zunächst die Infektionszahlen im Sommer wieder senken können. Seit dem Herbst sind die Zahlen aber rapide in die Höhe geschnellt. Bis Freitag wurden in dem Land mit 10 Millionen Einwohnern fast 8000 Todesfälle mit einer Covid-19-Infektion in Verbindung gebracht. Rund 370.000 Menschen waren als infiziert registriert, 1000 mehr als am Vortag.

Sarah Cames

Bolsonaro befürchtet bei Corona-Impfung Verwandlung in einen Kaiman

19:37
18.12.2020
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Unternehmen Pfizer und Biontech kritisiert und mögliche Kollateralschäden ihres Impfstoffs herangezogen. „Im Vertrag ist klar geregelt, dass Pfizer nicht für Nebenwirkungen verantwortlich ist. Wenn Du Dich in einen Kaiman verwandelst, ist es Dein Problem“, sagte Bolsonaro bei einer Veranstaltung in der Stadt Porto Seguro am Donnerstagabend (Ortszeit) und lachte. Auch wenn jemand Superman werde, einer Frau ein Bart wachse oder ein Mann anfange, geschliffen zu reden, hätten sie (Pfizer) nichts damit zu tun.

Der Pfizer/Biontech-Impfstoff ist in der dritten Phase in Brasilien getestet worden. Mehrere Länder wie die USA, Großbritannien oder Mexiko haben Impfkampagnen mit dem Impfstoff gestartet oder angekündigt. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) wurde die Zulassung des Corona-Impfstoffs in der EU beantragt, eine Entscheidung darüber soll am kommenden Montag fallen - acht Tage früher als geplant.

Er werde sich nicht impfen lassen, sagte Bolsonaro, der sich bereits selbst mit dem Virus infiziert hatte. Seine Aussage fiel inmitten einer Politisierung der Impfung, fehlender Planung bei der Umsetzung einer Impfkampagne und steigender Corona-Zahlen in Brasilien, das zuletzt die Marke von sieben Millionen Infizierten überschritt und auf 200.000 Tote zusteuert.

Sarah Cames