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20201215151244

In der Schweiz wächst der Frust über lasche Anti-Corona-Maßnahmen

09:33
15.12.2020
Schweizer Krankenhäuser sind wegen der Corona-Pandemie an der Belastungsgrenze - und der Ruf nach einem Lockdown wird immer lauter. „Wir können uns nicht vorstellen, dass wir um einen Lockdown herumkommen“, sagte der Direktor des Universitätsspitals Zürich (USZ), Gregor Zünd, am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Im Kanton Zürich liege der R-Wert bei 1,16 - das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. „Wie lange sollen diese Warnungen denn noch gehen, bevor etwas passiert???“, twitterte Isabelle Eckerle, deutsche Virologin am Universitätsspital Genf.

Zünd sprach sich zusammen mit den Direktoren zweier weiterer Krankenhäuser in Zürich entschieden gegen die Erlaubnis zum Skifahren über Weihnachten aus. „Das Risiko einer Ansteckung beim Skifahren während der Weihnachtsferien ist hoch“, sagte Zünd. Es erhöhe das Risiko einer dritten Corona-Welle im Januar. Die Spitäler in Zürich nehmen im Winter normalerweise verunglückte Skifahrer auf. Das sei aus Kapazitätsgründen kaum noch möglich, sagten die Direktoren. 

LW-Springer

RKI: Corona-Lage in Deutschland so ernst wie nie

12:27
15.12.2020
Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI) so ernst wie nie zuvor in der Pandemie. Die Fallzahlen seien so hoch wie noch nie, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin und damit einen Tag vor dem Beginn eines weitgehenden Lockdown in Deutschland.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigte seinerseits die Entscheidung, keine Notfallzulassung für den von der deutschen Firma Biontech und ihrem US-Partner Pfizer entwickelten Impfstoff anzustreben, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe, sagte Spahn am Dienstag.

In den USA und in Großbritannien haben die zuständigen Zulassungsbehörden den Impfstoff von Biontech und Pfizer bereits per Notfallzulassung genehmigt. In beiden Ländern wird mittlerweile geimpft. Ziel sei es, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können, sagte Spahn weiter.

Die in Amsterdam ansässige EMA bestätigte ein früheres Zulassungsdatum am Dienstag allerdings nicht. Sie prüft die Daten des Impfstoffes für die EU-Mitgliedsstaaten und will bis spätestens 29. Dezember entscheiden.

Mit zwischen 12.000 und 29.000 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag lägen die Fallzahlen im Dezember in Deutschland deutlich höher als im November, führte Wieler aus. Aktuell seien 325.000 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert, in den Sommermonaten seien es wenige Tausend gewesen. Immer stärker betroffen sei die Gruppe der 80-Jährigen, mit besonders hohem Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe.

Sarah Cames