Trotz des Teil-Lockdowns und etlicher Mahnungen aus Wissenschaft und Politik sind die Corona-Zahlen in Deutschland drastisch gestiegen.
Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 20.200 neue Corona-Infektionen übermittelt, wie es am Sonntagmorgen berichtete. Damit hat sich die Zahl im Wochenvergleich erneut weiter erhöht. Am vergangenen Sonntag lag sie bei 17.767. Auch die Zahl der neuen Todesfälle stieg von 255 am vergangenen Sonntag auf nun 321.
Der Höchststand der Neuinfektionen war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.787.
Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt seit rund zehn Tagen deutlich an, sie lag am Sonntag bei einem neuen Höchststand von 169. Am Samstag lag sie noch bei 163,8 und am 3. Dezember bei 134,0. Zu Beginn des Teil-Lockdowns im November waren es um die 120. Bund und Länder wollen erreichen, dass es weniger als 50 werden - so könnten Gesundheitsämter Infektionsketten wieder nachverfolgen.
Allerdings unterscheidet sich die Inzidenz zwischen einzelnen Bundesländern erheblich. Mit 349 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte
Sachsen laut RKI-Angaben vom Sonntag den bei weitem höchsten Wert - mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgten
Thüringen (231) und
Bayern (200). Die niedrigsten Werte hatten
Schleswig-Holstein (79), Mecklenburg-Vorpommern (83) und
Niedersachsen (85).
Tom Rüdell