Portugal hat seinen Corona-Notstand um zwei Wochen bis zum 23. Dezember verlängert. Das Parlament billigte am Freitag in Lissabon einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Im Notstandsdekret wird hervorgehoben, dass angesichts der komplizierten Situation wohl eine weitere Verlängerung um erneut zwei Wochen nötig sein werde. Rebelo de Sousa hatte sein Vorgehen mit der sozialistischen Regierung abgestimmt.
Im Rahmen des Ausnahmezustands, der zweithöchsten Notstandsstufe, herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.
Am Weihnachtswochenende sollen die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden, erklärte Regierungschef Antoion Costa am Samstag. Zwischen 23. und 26. Dezember dürfen Bürger außerhalb des eigenen Landkreises (concelho) reisen. Für Silvester gelten dann aber wieder strengere Regeln. Feierlichkeiten an öffentlichen Orten zum Jahreswechsel soll es nicht geben.
Portugal meldete am Samstag 6.087 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, das sind weniger als der Tagesrekord von 6.994, der am 19. November registriert wurde. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen sank um neun auf 517. Der nationale Gesundheitsdienst des Landes verfügt über eine Kapazität von etwa 960 Intensivbetten